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	<title>zweitens-magazin.de &#187; Berlinale</title>
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		<title>Smaller than Life: Berlinale 2009</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 21:33:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kunstpark]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Berlinale war dieses Jahr f&#252;r mich gepr&#228;gt von Extremen. Auf der einen Seite die beeindruckende 70mm-Retrospektive: neben dem DDR-Kost&#252;m-Opus „Goya“ und dem Marlon-Brando-Spa&#223; „Die Meuterei auf der Bounty“ hab‘ ich noch „Lawrence von Arabien“ gesehen. Fast eine Reihe nach hinten gedr&#252;ckt hat mich im International aber John Fords letzter Western „Cheyenne Autumn“. Es war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berlinale war dieses Jahr f&#252;r mich gepr&#228;gt von Extremen. Auf der einen Seite die beeindruckende 70mm-Retrospektive: neben dem DDR-Kost&#252;m-Opus „Goya“ und dem Marlon-Brando-Spa&#223; „Die Meuterei auf der Bounty“ hab‘ ich noch „Lawrence von Arabien“ gesehen. Fast eine Reihe nach hinten gedr&#252;ckt hat mich im International aber John Fords letzter Western „Cheyenne Autumn“. Es war zwar keine restaurierte Kopie und sie hatte schwedischen Untertiteln, oder waren es norwegische? Aber die Farben und die Sch&#228;rfe des Monument Valley waren als echte 70mm-Projektion wirklich unglaublich. Und selbstredend ist auch ein mittelm&#228;&#223;iger Western von John Ford besser als fast alle neuen Filme.</p>
<p>Auf der anderen Seite gab es diese vielen ganz kleinen Momente. Nat&#252;rlich Andre Bujalskis feiner „Beeswax“, wo Bujalski wie schon bei „<a href="http://www.zweitens-magazin.de/blog/kunstpark/intuition/">Mutual Appreciation</a>“ Freunde von ihm beim allt&#228;glichen Konversationswahnsinn auf 16mm filmt. Diesmal als Gerichtsthriller ohne Thrill, wie er beim Q&#038;A danach zugab. Wieder geht es um Beziehungen und Unbeziehungen und all die sprachlichen Vermittlungsversuche, mit viel Witz und Fingerspitzengef&#252;hl. Auch die Asiaten haben mich wieder schwer beeindruckt. Etwa das stimmungsvolle koreanischen Road-Movie &#8220;My dearest Enemy&#8221; von Lee Yoon-Ki, bei dem ein Ex-P&#228;rchen durch Seoul kurvt, damit der Mann Geld f&#252;r seine Ex-Freundin auftreiben kann. Den st&#228;rksten Film fand ich „Claustrophobia“ von Ivy Ho. </p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/claustrophobia.bmp" alt="claustrophobia" title="claustrophobia" class="aligncenter size-full wp-image-1409" /></p>
<p>Eine Geschichte von einer Handvoll Menschen, die zusammen in einem engen B&#252;ro in Hongkong eingepfercht arbeiten, in einem engen Aufzug und einem engen Auto nach Hause fahren. Es geht um das allt&#228;gliche Leben in Hongkong also, erkl&#228;rte die Regisseurin und nennt es auch ein Road-Movie. Wie beim koreanischen Film am Tag zuvor aber nur in einer Stadt. Der Film beginnt mit einer Autofahrt der Gruppe bei der sich zwei Personen anfangen zu streiten. Dann gibt’s einen pl&#246;tzlichen Sprung in die Vergangenheit und wenig sp&#228;ter weiter in die Vergangenheit… Der Film ist r&#252;ckw&#228;rts erz&#228;hlt, schafft aber das Au&#223;ergew&#246;hnliche, dass es einem wie eine normale Filmstruktur vorkommt. Langsam entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die mit dem Anfang ihren H&#246;hepunkt findet. Sehr stark. Das Drehbuch hat Frau Ho &#252;brigens f&#252;r Herrn To, genau: Johnny To, geschrieben. Nachdem er ein Jahr nix daraus gemacht hat, hat sie’s zur&#252;ckgekauft und selbst verfilmt. </p>
<p>Diesmal hab&#8217; ich nicht wie letztes Jahr mit &#8220;<a href="http://www.zweitens-magazin.de/blog/kunstpark/tropa-de-elite/">Tropa De Elite</a>&#8221; den Gewinnerfilm (&#8220;La Teta Asustada&#8221;) gesehen. Obwohl ich es mit dem etwas zu naiven &#8220;Mammoth&#8221; von Lukas Moodysson und dem gradlinig ber&#252;hrenden &#8220;London River&#8221; von Rachid Bouchareb durchaus versucht habe. Bei letzterem hat immerhin Sotigui Kouyaté den Preis als bester Schauspieler gewonnen. Aber irgendwie gewinnen bei der Berlinale ja immer fast alle Filme irgendwas.</p>
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		<title>Tropa De Elite</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Feb 2008 23:21:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunstpark]]></category>
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		<description><![CDATA[Finde ich sehr mutig und extrem &#252;berraschend, dass die Berlinale-Jury „Tropa De Elite“ mit dem Goldenen B&#228;ren ausgezeichnet hat. Eigentlich waren sich ja die Kritiker der Punkte-vergebenden Berliner Tageszeitungen einig, dass es sich bei dem brasilianischen Polizeifilm von José Padilha um einen lauten aber leeren Kracher handelt, der keine Stellung bezieht. Hab ihn aber auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Finde ich sehr mutig und extrem &#252;berraschend, dass die Berlinale-Jury „Tropa De Elite“ mit dem Goldenen B&#228;ren ausgezeichnet hat. Eigentlich waren sich ja die Kritiker der Punkte-vergebenden Berliner Tageszeitungen einig, dass es sich bei dem brasilianischen Polizeifilm von José Padilha um einen lauten aber leeren Kracher handelt, der keine Stellung bezieht. Hab ihn aber auch gesehen und war richtig beeindruckt. Ein wirklich harter Brocken &#252;ber den Einsatz der Spezialeinheit BOPE, die vor dem Papstbesuch 1997 in Rio noch einmal die Favelas s&#228;ubert. Vor allem werden die Methoden der kleinen, aber schwerst ausger&#252;steten und zu jeder Folter bereiten BOPE-Truppe vorgef&#252;hrt. Dabei kriegen auch die reichen, wei&#223;en Jugendlichen ihr Fett weg, die mit ihrem Hobby Drogen die Kids der Favelas erst zum Dealen zwingen. Deshalb war der Film in Brasilien selbst auch so umstritten. Die Szenen im Ausbildungscamp von BOPE erinnern schwer an „Full Metal Jacket“ oder &#228;hnliches. Und dass der Film aus der Sicht eines BOPE-Offiziers gezeigt ist, der mal ganz sympathisch die Nerven verliert und alles hinschmei&#223;t, dann aber wieder zum m&#246;rderischen Schwein mutiert, dass also „Tropa de Elite“ zu keinem Zeitpunkt eine klare Stellung zu einem seiner Hauptfiguren bezieht, finde ich richtig gelungen. Auch der teilweise coole Sound und die bebende Handkamera sind niemals Selbstzweck, wie etwa bei den Kunstfilmen „Amores Perros“ oder „City of God“, sondern vom explosiven Anfang bis zum bitteren und folgerichtigen Ende ungew&#246;hnlich souver&#228;ne Stilmittel. Dass es ein derma&#223;en harter Krieg ist, der in Rio zwischen den Drogenbanden und der Polizei tobt, war mir in diesem Ausma&#223; wirklich nicht klar. Und auf welcher Seite ich zu stehen habe, wei&#223; ich auch nach dem Film nicht. Aber das ist wohl gut so.</p>
<p>Eine sehr sch&#246;ne zehn Minuten Preview mit dem Filmbeginn und ein paar b&#246;sen Eindr&#252;cken aus dem BOPE-Camp gibt es <a href="http://youtube.com/watch?v=hyAG8DWq7xw">hier</a>. Nat&#252;rlich findet man den kompletten Film im Original auch schon auf youtube. Wenn auch sehr kleinteilig. Denn obwohl 2,5 Millionen Brasilianer den Film im Kino zu einem riesigen Erfolg gemacht haben, sollen dazu noch sagenhafte 11,5 Millionen Raubkopien im Umlauf sein.</p>
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		<title>Full Battle Rattle</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 09:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunstpark]]></category>
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		<category><![CDATA[Simulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Manches war einem schon vorher klar &#8211; sobald man erst einmal davon geh&#246;rt hat. Man hat vorher halt nie daran gedacht. So ging es mir mit der Tatsache, dass die Amerikaner irgendwo in ihrem gro&#223;en Land ein Klein-Irak nachgebaut haben, um dort ihre Truppen zu schulen f&#252;r den Kriegseinsatz. Eigentlich logisch.
Der Dokumentarfilm Full Battle Rattle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manches war einem schon vorher klar &#8211; sobald man erst einmal davon geh&#246;rt hat. Man hat vorher halt nie daran gedacht. So ging es mir mit der Tatsache, dass die Amerikaner irgendwo in ihrem gro&#223;en Land ein Klein-Irak nachgebaut haben, um dort ihre Truppen zu schulen f&#252;r den Kriegseinsatz. Eigentlich logisch.<br />
Der Dokumentarfilm <a href="http://www.fullbattlerattlemovie.com"><em>Full Battle Rattle</em></a> von Tony Gerber und Jesse Moss, der in der Panorama-Sektion der Berlinale l&#228;uft, zeigt Leben und Arbeit in besagtem Pseudo-Irak mitten in der kalifornischen Mojave-W&#252;ste. Hunderte Menschen leben dort in einem bombastischen, nicht endenen Live-Rollenspiel, das selbstverst&#228;ndlich nicht so, sondern Simulation genannt wird. Jede Armee-Einheit, die in den Irak verlegt werden soll, erh&#228;lt dort erst einmal eine dreiw&#246;chige Schulung. Von au&#223;en betrachtet wirkt das Ganze reichlich bizarr: Mit heiligem Ernst wird da zum Beispiel so getan, als ob der Sohn des B&#252;rgermeisters von Terroristen hingerichtet worden w&#228;re und die Amis jetzt helfen m&#252;ssten. Also hinein ins Dorf, Verh&#246;re, Kontrollen, Gespr&#228;che. Reporter laufen herum und produzieren eigene Zeitungen und Fernsehsendungen und kommentieren die Lage und das Vorgehen der Milit&#228;rs. F&#252;r die Soldaten ist diese Simulation und nach wenigen Tagen auch die Identifikation damit total. Vor Gefechtsbeginn (man arbeitet mit Laser-Pointern) herrscht eine triste, angespannte Atmosph&#228;re. Um gefallene Kameraden wird dann auch tats&#228;chlich geweint, wohl mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es das gewesen w&#228;re, h&#228;tte der gleiche Vorfall vier Wochen sp&#228;ter stattgefunden.<br />
<span id="more-478"></span><br />
Noch seltsamer muss die Situation jedoch f&#252;r hunderte Menschen aus dem Irak sein, die dort arbeiten als Bewohner der 13 Ortschaften. Viele sind vor dem Krieg geflohen und spielen jetzt mitten im Land ihrer Tr&#228;ume wieder Krieg &#8211; und das seit Jahren. (Nat&#252;rlich erh&#246;ht dieser Dienst am amerikanischen Neu-Vaterland die Chance, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.) Soweit wie m&#246;glich ist auch das Leben der Bewohner bis ins Kleinste am &#8220;Original&#8221; orientiert. Man spricht Arabisch und lebt reduziert. Abwasser-Systeme o.&#228;. m&#252;ssen erst von den helfenden Amerikanern (in Zusammenarbeit mit den &#246;rtlichen Machthabern) gebaut werden. Dann gibt es wieder einen Aufstand, ein Attentat, eine Entf&#252;hrung &#8211; alles haargenau geskriptet von einem Spezialistenteam im Hintergrund. Seltsame Welt zwischen Fakt und Fiktion und Fakt gewordener Fiktion f&#252;r einen Gro&#223;teil der Beteiligten.<br />
Der Film selbst ist in seiner Machart eher langweilig. Er zeichnet das Training einer Einheit chronologisch nach. Dazu stimmungsvolle Schlachtmusik, wenn die Truppen vorr&#252;cken als Silhouetten im Sonnenuntergang. Ein paar Interviews dazwischen, in denen Macher und Mitspieler beteuern, wie wichtig dieses Training f&#252;r den gegenseitigen Respekt ist. Und klar: Demokratie, usw &#8230; Wenn Krieg gespielt wird, dann sieht das auch aus wie Krieg &#8211; zumindest so, wie man es kennt von all den <em>embedded journaliststs</em>-Beitr&#228;gen der Fernsehsender, die doch auch nur eine Simulation f&#252;r die Medien abfilmen und das dann Wirklichkeit nennen. Dieser Dokumentarfilm zeigt sozusagen die Simulation einer Simulation der Wirklichkeit. Man kann sicherlich davon ausgehen, dass die Filmemacher alles andere als freie Hand bei der Wahl ihrer Bilder, ihrer Interviews, usw. hatten. Embedded journalistst im gespielten Krieg. Manchmal ist die Welt schon so derma&#223;en meta, dass es einem ganz kalt wird. Jetzt soll das ganze Areal umgebaut werden, damit es mehr wie Afghanistan aussieht.      </p>
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