Immer wieder dieser Lionel Messi! Dieses Blog wird noch zum Wir-huldigen-Messi-Blog. Wieder ein Traumtor des Meisters, diesmal kein 60-Meter-Tanz durch die halbe gegnerische Abwehr, sondern ein eiskalter Lupfer. Und wieder sieht es so einfach aus. Ball angenommen, geschnippelt und drin! Geschossen hat Messi das Tor im Halbfinal-Spiel Argentinien gegen Mexiko bei der Copa America. Argentinien gewann dieses Spiel 3:0.

Ein Elend, dass man in dieser zähen, endlosen Sommerpause von der Copa so wenig mitbekommt, falls man nicht arena abonniert hat. Ein noch größeres Elend, wenn man gar nicht einmal darüber nachdenken kann, ob man einen Fußball-Sender abonnieren soll oder nicht, weil man dieses dämliche Funkfernsehen benutzen muss, das eh nie vernünftig funktioniert, kein arena oder premiere kann und nicht einmal DSF für die Tore empfängt, aber als besonderer Fortschritt gefeiert wird, weil man es auch beim Campen im Wald gehen würde. Ich fahre halt nicht zum Campen, um dann fernzusehen.

Naja, nicht jammern, sondern sich die Sommerpause versüßen lassen durch Messis neuestes Kunststück bei der Copa America: Hier auf YouTube oder hier bei Fritten, Fussball und Bier, die das Video herausgesucht haben. Dank dafür.

Muss ich mich jetzt auch noch für Galatasaray interessieren? Das Schicksal der anderen beiden großen Istanbuler Clubs, Beşiktaş und Fenerbahçe, verfolge ich seit einiger Zeit sowieso. Als Beşiktaş letztes Jahr im UEFA-Cup gegen Leverkusen gespielt hat, war ich mir gar nicht so sicher, welcher Mannschaft ich die Daumen drücken soll. Dass Leverkusen ein deutscher Club ist, ist mir vollkommen egal. Auch das ewige Geheule, weil ein paar UEFA-Cup-Startplätze für deutsche Teams verloren gehen könnten, beeindruckt mich nicht weiter. Dann spielen eben weniger mittelmäßige deutsche Mannschaften mit. Nicht schade drum. Wichtiger ist da: Ich kenne das Inönü-Stadion, in dem Beşiktaş spielt. Das Stadion von Leverkusen kenne ich nicht und den Club finde ich spätestens seit dem Weggang von Berbatov stinklangweilig. In das Beşiktaş-Stadion dagegen habe ich mich verliebt. Wenn man vom Taksim über die Cad. Gümüşsuyu kommt und dann hinter den grauen Stadion-Dächern den Bosporus liegen sieht, wie er in der Sonne glitzert und funkelt, dann an den angeblichen Dezibel-Rekord der Fans denkt, dann … Nein, keine Gymnasiasten-Lyrik an dieser Stelle, lieber den Verweis auf ein paar Bilder. Das Stadion ist wunderschön.
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Lese ich gerade auf kicker.de, dass der vorzeitige Klose-Wechsel zu Bayern München jetzt perfekt ist, denke ich mir, schau ich mal gleich zu spon, die spendieren für diese Nachricht sicher eine Eilmeldung. Und prompt ist das auch so:

klose.gif
Quelle: spiegel.de, 15.45 Uhr

Ich meine: Ist klar! Ohne diese Nachricht kann man keine zwei Minuten weiterleben. Was muss man da jetzt tun? Schnell Aktien kaufen, das Haus evakuieren oder die Fenster schließen oder wie? Irgendwann rufe ich bei Spiegel Online an und frage, was an all diesen Eilmeldungen immer so eilig ist.

Nur aus purer Faszination stelle ich folgende Rechnung an. Mit Neid hat das gar nichts zu tun, wirklich nicht. Und falls jemand Neid verspüren sollte, dann Schande über ihn! Dann lerne er so gut Fußball spielen wie Thierry Henry.

Angeblich wird Henry beim CF Barcelona ein Jahresgehalt von 10 Millionen Euro bekommen. Das sind bei gerechneten 365 Tagen 27397 Euro am Tag, 1141 Euro in der Stunde und – weil das Weiterrechnen tatsächlich noch Sinn macht – 19 Euro in der Minute. Ob der Mann das wert ist? Selbstverständlich! Bei einer Torquote von 165 Toren in 237 Spielen der Premier League ist er das wert in diesen seltsamen, völlig jenseitigen Relationen des Fußballs.

Nur: Ist es Barcelona wert, dass Henry deswegen Arsenal verlässt? Arsenal London mit Henry war großartig in den letzten Jahren, der schönste Fußball Europas wurde dort gespielt und Henry war der spektakulärste Spieler einer spektakulär spielenden Mannschaft. Und: Henry war Arsenal. Wie Barcelona mit Henry sein wird, kann man sich nur zu gut vorstellen. Ganz hervorragend, ganz toll, ganz super, eine Suppe aus Stars, ein einziges Spektakelgesuppe. Neben Ronaldinho, Eto’o, Deco und Messi suppt dann auch noch Henry herum, was ich mir ähnlich charmant vorstelle wie das galaktische Madrid. Schlagartig hatte ich damals das Interesse verloren an Club und Spielern.

Nach Madrid geht Henry immerhin nicht. Die hatten ja auch kräftig mitgeboten. Metzelder haben sie dort bekommen. Immerhin.

Es hat ja einige Zeit gedauert, bis den Altvorderen vom DFB die Argumente gegen eine Frau als Profi-Schiedsrichterin ausgingen, obwohl zum Beispiel in der Schweiz Nicole Petignant bereits seit einigen Jahren Spiele der 1. Liga leitet und das selbstverständlich genauso gut macht wie ihre männlichen Kollegen. Aber es geschehen auch in Deutschland manchmal noch Wunder: In der nächsten Saison darf Bibiana Steinhaus Spiele der 2. Bundesliga pfeifen.

Und was fällt ihrem Chef Volker Roth, dem Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, dazu ein? Nachzulesen z.B. in der netzeitung:

Ich bin sicher, dass sie auch in der 2. Liga ihren Mann stehen und mit guten Leistungen aufwarten wird. (Hervorhebung von mir)

Danke. Abtreten!

Man muss wohl kaum erwähnen, dass in den Kommentarspalten renommierter Medien wirklich kein Mangel an sexistischen Dummheiten zu diesem Thema herrscht. Verlinkungen schenke ich mir.

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