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	<title>zweitens-magazin.de &#187; Irak</title>
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		<title>Full Battle Rattle</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 09:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manches war einem schon vorher klar &#8211; sobald man erst einmal davon geh&#246;rt hat. Man hat vorher halt nie daran gedacht. So ging es mir mit der Tatsache, dass die Amerikaner irgendwo in ihrem gro&#223;en Land ein Klein-Irak nachgebaut haben, um dort ihre Truppen zu schulen f&#252;r den Kriegseinsatz. Eigentlich logisch. Der Dokumentarfilm Full Battle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manches war einem schon vorher klar &#8211; sobald man erst einmal davon geh&#246;rt hat. Man hat vorher halt nie daran gedacht. So ging es mir mit der Tatsache, dass die Amerikaner irgendwo in ihrem gro&#223;en Land ein Klein-Irak nachgebaut haben, um dort ihre Truppen zu schulen f&#252;r den Kriegseinsatz. Eigentlich logisch.<br />
Der Dokumentarfilm <a href="http://www.fullbattlerattlemovie.com"><em>Full Battle Rattle</em></a> von Tony Gerber und Jesse Moss, der in der Panorama-Sektion der Berlinale l&#228;uft, zeigt Leben und Arbeit in besagtem Pseudo-Irak mitten in der kalifornischen Mojave-W&#252;ste. Hunderte Menschen leben dort in einem bombastischen, nicht endenen Live-Rollenspiel, das selbstverst&#228;ndlich nicht so, sondern Simulation genannt wird. Jede Armee-Einheit, die in den Irak verlegt werden soll, erh&#228;lt dort erst einmal eine dreiw&#246;chige Schulung. Von au&#223;en betrachtet wirkt das Ganze reichlich bizarr: Mit heiligem Ernst wird da zum Beispiel so getan, als ob der Sohn des B&#252;rgermeisters von Terroristen hingerichtet worden w&#228;re und die Amis jetzt helfen m&#252;ssten. Also hinein ins Dorf, Verh&#246;re, Kontrollen, Gespr&#228;che. Reporter laufen herum und produzieren eigene Zeitungen und Fernsehsendungen und kommentieren die Lage und das Vorgehen der Milit&#228;rs. F&#252;r die Soldaten ist diese Simulation und nach wenigen Tagen auch die Identifikation damit total. Vor Gefechtsbeginn (man arbeitet mit Laser-Pointern) herrscht eine triste, angespannte Atmosph&#228;re. Um gefallene Kameraden wird dann auch tats&#228;chlich geweint, wohl mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es das gewesen w&#228;re, h&#228;tte der gleiche Vorfall vier Wochen sp&#228;ter stattgefunden.<br />
<span id="more-478"></span><br />
Noch seltsamer muss die Situation jedoch f&#252;r hunderte Menschen aus dem Irak sein, die dort arbeiten als Bewohner der 13 Ortschaften. Viele sind vor dem Krieg geflohen und spielen jetzt mitten im Land ihrer Tr&#228;ume wieder Krieg &#8211; und das seit Jahren. (Nat&#252;rlich erh&#246;ht dieser Dienst am amerikanischen Neu-Vaterland die Chance, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.) Soweit wie m&#246;glich ist auch das Leben der Bewohner bis ins Kleinste am &#8220;Original&#8221; orientiert. Man spricht Arabisch und lebt reduziert. Abwasser-Systeme o.&#228;. m&#252;ssen erst von den helfenden Amerikanern (in Zusammenarbeit mit den &#246;rtlichen Machthabern) gebaut werden. Dann gibt es wieder einen Aufstand, ein Attentat, eine Entf&#252;hrung &#8211; alles haargenau geskriptet von einem Spezialistenteam im Hintergrund. Seltsame Welt zwischen Fakt und Fiktion und Fakt gewordener Fiktion f&#252;r einen Gro&#223;teil der Beteiligten.<br />
Der Film selbst ist in seiner Machart eher langweilig. Er zeichnet das Training einer Einheit chronologisch nach. Dazu stimmungsvolle Schlachtmusik, wenn die Truppen vorr&#252;cken als Silhouetten im Sonnenuntergang. Ein paar Interviews dazwischen, in denen Macher und Mitspieler beteuern, wie wichtig dieses Training f&#252;r den gegenseitigen Respekt ist. Und klar: Demokratie, usw &#8230; Wenn Krieg gespielt wird, dann sieht das auch aus wie Krieg &#8211; zumindest so, wie man es kennt von all den <em>embedded journaliststs</em>-Beitr&#228;gen der Fernsehsender, die doch auch nur eine Simulation f&#252;r die Medien abfilmen und das dann Wirklichkeit nennen. Dieser Dokumentarfilm zeigt sozusagen die Simulation einer Simulation der Wirklichkeit. Man kann sicherlich davon ausgehen, dass die Filmemacher alles andere als freie Hand bei der Wahl ihrer Bilder, ihrer Interviews, usw. hatten. Embedded journalistst im gespielten Krieg. Manchmal ist die Welt schon so derma&#223;en meta, dass es einem ganz kalt wird. Jetzt soll das ganze Areal umgebaut werden, damit es mehr wie Afghanistan aussieht.      </p>
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