Ich zahlte, stand auf und ging. Am Imbiss an der Ecke, wo die enge, ruhige Gasse auf die Istiklal Caddesi trifft, kaufte ich mir eine Flasche Mineralwasser und trank sie im Stehen aus. Ich hatte noch ein wenig Zeit und lief bis zum Galatasaray-Gymnasium.

Dafür, dass es mitten in der Woche war, war jede Menge los in der Fußgängerzone. Mit gleichmäßigen Schritten – zwischen eiligen, trödelnden, herumstehenden und unvermittelt lospreschenden Leuten hindurch – bahnte ich mir einen Weg. Machte einem gewichtig patroullierenden Polizisten Platz, ließ den Wagen der Stadtverwaltung durch. Das Geplärre aus den Boxen am Stand des Buchhändlers wurde zwanzig Schritte weiter von der Beschallung aus dem Kassettenrecorder des nächsten fliegenden Händlers übertönt. Bewusst steckte ich mir keine Zigarette an.

(aus: Celil Oker, Letzter Akt am Bosporus)

Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

    • slu: Prima Teil, schönen Dank für den Tipp.
    • maxl: danke dir Karl, das muss noch auf Tape für die routes nationales, ab...
    • alpe: “… sueddeutsche.de, Deutschlands beste...
    • 42317: Nach meiner Japanerfahrung stimmt der Kommentar von Herrn Koelling....
    • Ben: Wenn man die Vorbereitung als Maßstab nimmt, dann wird Holland in der...
    • Verstand in Gefahr?!: Die Gruppe E verspricht durchaus spannend zu werden....
    • maxl: wunderschön. und so kurz. danke
    • slu: Ganz ehrlich: eigentlich ein Skandal, dass die Algerier dabei sind und...
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