Zwar schon wieder ein alter Hut, das Video war gestern der heiße Scheiß, weil jetzt.de darüber berichtete. So ist das im Netz. Interessiert uns nicht, weil: “aktuell sind andere”.
Thema “Killerspiele”. Ich persönlich bin ja einem vernünftigen Shooter in einem Netzwerk ganz und gar nicht abgeneigt. Es ist bisher jenseits aller Moral einfach die spannendste und beste Lösung, eine größere Zahl an Spielern gemeinsam in einem Computerspiel an den virtuellen Spieletisch zu bekommen. Dazu ein Headset und schon hat man eine Mordsgaudi (“Diese Doppelbödigkeit! Dieser doppelbödige Wortwitz”)! Welches andere Genre kann man denn sonst mit, sagen wir, fünf anderen in einem Team zocken? Shooter eignen sich einfach für das Netzwerkspiel. That’s it und nicht mehr. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Es geht um “Journalismus”, diesmal der öffentlich-rechtlichen. Und genau dort wird der Journalismus oft relativ gruselig, wenn es um das Thema “Killerspiele” geht, wie das Video beweist. Er verabschiedet sich nämlich. Und da kommt dann der (von Medienschaffenden viel gescholtene) Bürger-Journalismus ins Spiel. Der 21-jährige Matthias Dittmayer hat sich einmal angeschaut, was da so erzählt wurde in Panorama, Hart aber Fair, Kontraste und Frontal 21 in letzter Zeit zum Thema “Killerspiele”. Und, naja, verständlich, dass manch einer Angst vor dem Bürger-Journalismus hat.

Viel Vergnügen!

Hab ich beim STZA immer angeschaut, mir dann ausgeliehen und zuhause bei mir noch viel öfter angeschaut. Und dann bin ich mal wieder skaten gegangen und dann waren die Bänder im Eimer. Komm ich grad auf die Idee, weil ich ein wenig in den Podcast-Seiten von iTunes herumgesurft bin, dort zig komische Firmen Video-Schnipsel mit ein paar Skateboard-Sachen feilbieten, die mich eigentlich gar nicht interessieren. Und dann fiel mir dieses Video wieder ein und prompt war jemand so nett und hat es vor in paar Tagen auf YouTube hochgeladen: Misled Youth Teil 1, Teil 2 und Teil 3 von Zero. Einfach zu geil! Aber ich glaub, ich geh trotzdem nicht mehr skaten.

Weil ich es gerade wieder sehe: Auffällig oft landen hier Menschen, die nach “Erlebniserzählung: Wie ich einmal große Angst hatte” googeln. Das ist zwar kein Wunder, wenn sie schon danach googeln. Dann landen sie nämlich hier. Doch warum googeln diese Menschen überhaupt danach? Stellt man dieses Aufsatzthema in unseren Schulen immer noch? Wenn ja, hat man dann noch vor Kellern Angst oder – was weiß ich – vor Identitätsklau in Second Life? Böten sich heutzutage nicht andere, nunja, zeitgeistigere Aufsatzthemen an? Etwa “Wie ich beim Counterstrike einmal der letzte Überlebende meines Clans war” oder etwas in der Art? Ich musste diese Schulix vor über 20(!) Jahren schreiben! Sagen Schüler am Ende immer noch Schulix zu Klassenarbeiten? Und: Wann wurden denn zum letzten Mal die Lehrpläne überarbeitet?

Obwohl: “Wie ich einmal Angst hatte” ist schon immer noch ein Thema, irgendwie.

Nur damit ihr es wisst, ihr %sh!t§F8uck!n#’ bl%dy !d!°$s! Verdammich’! Zefix und zugenäht!


Quelle: taz.de

Den Anlass für diese heutige “Entscheidung des Tages” bei der taz kann man hier nachlesen. Jetzt weiß ich halt nicht, wie dieses Blog war, ich kann ja kein Schwedisch, aber mal so generell, zefix, ich kotze ab, wenn ich dauernd diesen beschissenen, rauen Umgangston lesen muss, ihr “”§h!tfu)&i^ grmpll! Mir reicht’s! Mittelfinger! Zefix!

Einerseits juckt es mich ja doch im Zeigefinger, ich mag Ego-Shooter einfach, ich schlechter Mensch! Andererseits geht mir der Hype um dieses Halo 3 schon wieder so dermaßen auf die Nerven, dass ich gar keine Lust habe, meine über den Sommer eingestaubte Konsole deshalb wieder hervorzukramen. Andererseits regnet es in Strömen und es sieht nicht so aus, also ob sich da so schnell etwas ändern würde. Andererseits müsste ich sowieso etwas arbeiten. Ich suche sogar beim simplen Kauf eines Konsolenspiels tagelang Argumente dafür und dagegen. Der Preis ist da gar nicht so wichtig. Irgendwie mag ich ja Shooter schon deshalb, weil sich die halbe Welt darüber aufregt. So einfach gestrickt bin ich. Besonders schön aufregen kann sich zum Beispiel Lyndon LaRouche, dessen Frau Helga Zepp-LaRouche als Chefin dieser obskuren, bei uns beheimateten Bürgerbewegung Solidarität fungiert, die sich ausdrücklich auf LaRouches Ideen beruft. Diese Ideen versteht, fürchte ich, keiner. Ein wilder Mix aus linken und rechten Ansichten mit einem gehörigen Schuss Verschwörungstheorie, Antiglobalisierung und Apokalypse, ins Totalitäre tendierend. Auf der Website des Lyndon LaRouche Political Action Comittee, auf der unter anderem die Lüge von der globalen Erderwärmung gegeisselt und der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems vorausgesagt werden, habe ich bei meiner Entscheidungsfindung einen Artikel gefunden mit dem interessanten Titel Halo 3: The ‘Third Wave’ of Destroying the U.S.. Jetzt liegt mir definitv nichts daran, die USA zerstört zu sehen, aber lesen muss ich sowas dann doch immer. Letzten Endes wird in diesem Artikel über einen nach Meinung der Autoren ganz perfiden Plan der Computerspielindustrie und Hollywood fabuliert, nämlich das Bild vom Menschen zu entmenschlichen. Um Kriege wie den im Irak zu führen, beispielsweise. Maybe, maybe, sage ich da nur und sehe es einerseits irgendwo schon ein, dass Zwölfjährige auch im virtuellen Raum nicht unbedingt Menschen mit Motorsägen in Stücke schneiden sollten. Andererseits sollten sich Jugendliche definitv nicht LaRouche Youth Movement Counter-Intelligence Team nennen, bei irgendeiner komischen Polit-Sekte mitspazieren und unter diesem blöden Namen hysterische Artikel wie den erwähnten schreiben, in denen dann beispielsweise Bertrand Russell als satanischer und pervertierter Charakter bezeichnet wird. In besagtem Artikel steht weiter:

The vicious attack on the human mind by this cybernetics cult has been one of the key tricks by the oligarchy, that has arrested the development of the youth, today, preventing any consistent intellectual and political motion to change the world.

Hört sich irgendwie nach einer dieser dürftigen Hintergrund-Stories von einem Shooter an. Holy Shit, der Cybernetics Cult ist los und will die Welt versklaven. Auf einmal klingt Youth Movement Counter-Intelligence Team für mich irgendwie nach, nunja, Counterstrike-Clan in der echten Welt. Ist Halo 3 jetzt Pflichtspiel für Counter-Counter-Intelligence, sozusagen to arrest the development of the youth, bevor sie LaRouche Youth Movement Counter Intelligence Teams werden und die Welt mit Dünnsinn changen? So symbolisch gesprochen, mein ich. Master Chief, hilf!

Wie gesagt: Ich suche eigentlich nur Argumente für oder gegen die Anschaffung von Halo 3. Ich glaube, mich interessieren die dagegen gar nicht mehr. Ich sehe eh schon alles durch die Halo 3-Brille, durch meinen Helm, ich Master Chief, ich.

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