Eben La Notte gesehen, saustark. Kino, Mann.

xenix
Was gehört nicht in diese Auflistung?

Der neue Akte X-Film Jenseits der Wahrheit ist so jenseitig lausig, dass sich kaum ein Wort darüber lohnt. Eine Story, die tatsächlich nur dadurch in Gang gehalten wird, dass ein pädophiler Ex-Priester alle 10 Minuten die Vision eines Ortes hat, an den dann hingefahren werden muss. Was der Ex-Priester nicht weiß, das weiß zur Not immer noch Google, etwa wie man eine Stammzellen-Therapie durchführt. Wenn geredet wird, dann fallen Phrasen so voller Peinlichkeit, dass man im Sessel unruhig auf- und abrutscht. Die paar Parallelmontagen, die das Ganze spannend machen sollen, sind dann auch noch so bieder und vorhersehbar, dass man alles in allem getrost sagen kann: In diesem Film kann kaum jemand irgendetwas. Zu allem Überfluss vergessen Filmemacher, Drehbuch-Autoren sowie Kollege Fox Mulder auch noch den Unterschied zwischen Schauspieler und Rolle. Will Mulder doch tatsächlich in brenzliger Situation laut Handy-Display anstatt Dana Scully eine Gillian anrufen. Hoffentlich, hoffentlich ist das tatsächlich ein Fehler. Das würde ich sogar noch verzeihen. Falls es als Witz, Gag oder sonst etwas gedacht ist, dann können diese Filmemacher nämlich wirklich nix. Aber auch gar nix.

Nichts gibt es, was man im Netz nicht findet – alte Regel. Und kaum etwas gibt es im Netz, was nicht schon Tausende vor einem gefunden haben – auch eine alte Regel. Zum Beispiel die schöne Seite Indymogul – DIY Filmmaking, die sich gerade rühmt, über 10000 Subscriber auf YouTube zu haben. Zwar bin ich kein Filmemacher, aber über das dort vermittelte Insiderwissen, wie man es besonders müllig machen könnte, bin ich dann doch dankbar. Dort kann man zum Beispiel lernen, wie man so aufwändige Special Effects zustande bringt wie das Platzen von Schädeln oder den Flug in einem Raumschiff – und das alles für Materialkosten von maximal 50 Dollar. Dementsprechend sieht es natürlich aus, aber hey, es sieht immerhin aus! Jeden Montag gibt es eine Episode “Backyard FX”. Diese Woche etwa wird gezeigt, wie man Gliedmaßen baut, die man blutigerweise abreißen kann, sozusagen als Halloween-Special. Mogulween nennen sie das dort. Auf jeden Fall ist dieses Zeug abonniert! Von mir aus bin ich da auch gerne Mensch Nummer 10001 und schaue mir die 10 Sekunden Werbung pro Episode an.

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