AlpendönerIch habe das erste Mal in meinem Leben einen Roman gelesen, geschrieben von jemandem, den ich persönlich kenne. Seltsam ist das. Das Buch heißt Alpendöner und der Autor Willibald Spatz. Alpendöner ist ein Krimi, der in Kempten spielt, in der Provinz also, was auch vorne groß drauf steht, ein “Allgäu-Krimi”, wie die Kluftinger-Bücher von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Nebenbei: Krimis mit Lokalkolorit scheinen irgendwie ein Lehrer-Ding zu sein, fällt mir gerade auf.
Mir hat Alpendöner eine Menge Spaß gemacht, wobei ich gar nicht recht sagen kann, ob mir allein das Buch so gefallen hat oder die Vorstellung beim Lesen, wie sich der Willi beim Schreiben gefreut haben muss über manch einen Unsinnseinfall. Ich nehme mal an, der Willi war früher kein großer TITANIC-Leser, weil er es Menschen wie mir ziemlich schwer macht mit dem Namen der Hauptfigur, die tatsächlich Birne heißt. Ich hatte ständig den dicken Helmut Kohl vor Augen. Wenn dann Birne im Buch auch noch zum Flirten anfängt … Herrjeh!
Also: Der etwa 30-jährige Birne geht nach Kempten, um eine Stelle als Redakteur bei einem Verlag für Wanderführer anzutreten. Nur wenige Tage ist er da, dann wird schon seine Nachbarin ermordet – mit einem Kebabmesser, was der Polizei sofort einen Hauptverdächtigen liefert. Der türkische Besitzer eines Döner-Ladens muss es gewesen sein. Birne versucht der türkischen Familie zu helfen und ermittelt (ziemlich dilletantisch eigentlich) vor sich hin, kommt dabei dauernd dem Ober-Polizisten in die Quere, ermittlungs- und frauentechnisch. Dazwischen säuft er sich nieder, bezeichnet Polizisten als Nazis oder vermisst seine Tageszeitung, die ihm irgendein Rüpel wieder aus dem Briefkasten geklaut hat. Ach, mehr mag ich eigentlich gar nicht erzählen. Ein Buch, das genau recht ist, für einen faulen Nachmittag. Erschienen ist der Krimi bei Gmeiner.

Ich zahlte, stand auf und ging. Am Imbiss an der Ecke, wo die enge, ruhige Gasse auf die Istiklal Caddesi trifft, kaufte ich mir eine Flasche Mineralwasser und trank sie im Stehen aus. Ich hatte noch ein wenig Zeit und lief bis zum Galatasaray-Gymnasium.

Dafür, dass es mitten in der Woche war, war jede Menge los in der Fußgängerzone. Mit gleichmäßigen Schritten – zwischen eiligen, trödelnden, herumstehenden und unvermittelt lospreschenden Leuten hindurch – bahnte ich mir einen Weg. Machte einem gewichtig patroullierenden Polizisten Platz, ließ den Wagen der Stadtverwaltung durch. Das Geplärre aus den Boxen am Stand des Buchhändlers wurde zwanzig Schritte weiter von der Beschallung aus dem Kassettenrecorder des nächsten fliegenden Händlers übertönt. Bewusst steckte ich mir keine Zigarette an.

(aus: Celil Oker, Letzter Akt am Bosporus)

Zürich - MÜNCHEN - Berlin
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    • Verstand in Gefahr?!: Die Gruppe E verspricht durchaus spannend zu werden....
    • maxl: wunderschön. und so kurz. danke
    • slu: Ganz ehrlich: eigentlich ein Skandal, dass die Algerier dabei sind und...
    • Ben: Na das freut mich aber doch sehr. Willkommen im Reich der hängenden...
    • huso: o die haben gefickt oder was in denn bett hahaha gute geschichte
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