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	<title>zweitens-magazin.de &#187; Medien</title>
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		<title>Ein Quiz, ein kleines.</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 15:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dazu erst ein Zitat, das Fazit eines bereits 2005 erschienenen Textes, danach die 10000-Dollar-Frage. Trotz des gro&#223;en Erfolgs der H&#246;rspiele von Benjamin Bl&#252;mchen und Bibi Blocksberg ist insgesamt festzustellen, dass diese die Entwicklung politisch m&#252;ndiger B&#252;rgerinnen und B&#252;rger kaum f&#246;rdern, wenn nicht sogar behindern. Die Frage: Wie sieht wohl die politische Position aus, die in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dazu erst ein Zitat, das Fazit eines bereits 2005 erschienenen Textes, danach die 10000-Dollar-Frage. </p>
<blockquote><p>Trotz des gro&#223;en Erfolgs der H&#246;rspiele von Benjamin Bl&#252;mchen und Bibi Blocksberg ist insgesamt festzustellen, dass diese die Entwicklung politisch m&#252;ndiger B&#252;rgerinnen und B&#252;rger kaum f&#246;rdern, wenn nicht sogar behindern. </p></blockquote>
<p>Die Frage: Wie sieht wohl die politische Position aus, die in beiden H&#246;rspielen laut Autor vermittelt wird und kaum die Entwicklung politisch m&#252;ndiger B&#252;rger f&#246;rdern kann?</p>
<p>Eine Zusatzfrage f&#252;r Profis: In welcher Publikation ist der Text, aus dem das Zitat stammt, erschienen? </p>
<p>Erst raten, dann klicken!<br />
<span id="more-654"></span></p>
<p>In beiden H&#246;rspielen erkannte der Autor folgende, nunja, Message: </p>
<blockquote><p>Die &#8220;richtigen&#8221; politischen Positionen bzw. Verhaltensweisen sind &#246;kologisch, postmaterialistisch, basisdemokratisch, kritisch, zivilcouragiert, pazifistisch, sozial, antikapitalistisch, egalit&#228;r, tendenziell anarchisch bzw. antistaatlich, antihierarchisch, antiautorit&#228;r und antikonservativ; mit anderen Worten: &#8220;links&#8221; der politischen Mitte (linksliberal bis linksalternativ).</p></blockquote>
<p>Erschienen ist der Text damals unter dem Titel <a href="http://www.bpb.de/publikationen/2RQI2Y,0,Politik_bei_Benjamin_Bl%FCmchen_und_Bibi_Blocksberg.html">&#8220;Politik bei Benjamin Bl&#252;mchen und Bibi Blocksberg&#8221;</a> in der Zeitschrift &#8220;Aus Politik und Zeitgeschichte&#8221;, die herausgegeben wird von der Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung. Geschrieben wurde er von einem Gerd Strohmeier, seines Zeichens Privatdozent, Journalist, Ex-Chefredakteur, Ex-Projektbetreuer und &#252;berhaupt Tausendsassa. </p>
<p>Weitere Fragen: Von welcher deutschen, einer Partei nahestehenden Stiftung, hat der Autor sowohl ein Hochbegabten- als auch ein Doktoranden-Stipendium erhalten? Wieso interessierte er sich in seinem Habilitationsvortrag besonders f&#252;r Tocquevilles Warnungen vor einer &#8216;Tyrannei der Mehrheit&#8217;? </p>
<p>Ach, muss man eigentlich gar nicht beantworten. Lieber schmunzeln.   </p>
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		<title>Wirtschaftsethik</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 08:07:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von der Weltwirtschaft, dem internationalen Kreditwesen, B&#246;rsenspekulationen und all dem Zeug verstehe ich ja leider nicht allzu viel, weshalb ich jedoch manches Mal gierig aufsauge, was man mir dar&#252;ber mitteilt. Wenn dann noch der Begriff &#8220;Ethik&#8221; dazu kommt, dann merke ich, dass ich noch viel, viel lernen muss. Nikolaus Piper etwa schrieb am Dienstag in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von der Weltwirtschaft, dem internationalen Kreditwesen, B&#246;rsenspekulationen und all dem Zeug verstehe ich ja leider nicht allzu viel, weshalb ich jedoch manches Mal gierig aufsauge, was man mir dar&#252;ber mitteilt. Wenn dann noch der Begriff &#8220;Ethik&#8221; dazu kommt, dann merke ich, dass ich noch viel, viel lernen muss. Nikolaus Piper etwa schrieb am Dienstag in der SZ in seinem Artikel &#8220;Notenbank als Nothelfer&#8221; einen Absatz und seitdem gr&#252;ble ich:   </p>
<blockquote><p>Das Scheitern geh&#246;rt zum Kapitalismus ebenso sehr wie der Erfolg. Exorbitante Gewinne sind ethisch nur dann gerechtfertigt, wenn derjenige, der auf eine Vervielfachung seines Einsatzes an der B&#246;rse spekuliert, dabei auch den Komplettverlust seines Verm&#246;gens riskiert. Disziplin in Finanzdingen und Vertragstreue sind nur dann zugesichert, wenn Investoren nicht damit rechnen k&#246;nnen, dass Vater Staat ihnen notfalls mit dem Geld der Steuerzahler zu Hilfe kommt.</p></blockquote>
<p>Nat&#252;rlich wei&#223; man sofort, was gemeint ist: Wenn einer Schei&#223;e baut, sollen die anderen das nicht ausbaden m&#252;ssen. Wie wahr! Liest sich gut! Aber eine lustige Logik liegt diesem Satz dann doch zugrunde: Exorbitante Gewinne (man hat also schon gewonnen, davon wird einfach mal so implizit ausgegangen) sind ethisch gerechtfertigt, wenn man ja auch alles h&#228;tte verlieren k&#246;nnen. Wenn der Fall allerdings andersherum eintritt, m&#252;sste diese Ethik &#8211; zumindest nach meinem Verst&#228;ndnis &#8211; immer noch gelten: Der Gesamtverlust des Verm&#246;gens ist ethisch gerechtfertigt, weil man exorbitante Gewinne h&#228;tte einstreichen k&#246;nnen. Das steht in dem Text nat&#252;rlich nicht in diese Richtung gedreht, obwohl es eben nicht um exorbitante Gewinne geht, sondern um den Zusammenbruch der Investmentbank Bear Stearns, also um einen Totalverlust eines Verm&#246;gens. Der Haken nur: Bear Stearns darf anscheinend keinen Totalverlust des Verm&#246;gens erleiden, weil sonst &#8211; sorry &#8211; jene gebaute Schei&#223;e gewaltig am Dampfen w&#228;re.</p>
<p>Ethik und Wirtschaft &#8211; da wird dann im Zweifelsfall immer so getan, als ob es um zwei Schulkinder ginge, die um ihr 1-Euro-Pausengeld gewettet haben. Komplett-Verlust des Verm&#246;gens, selber schuld &#8211; und die Lehrerin sollte keinesfalls Geld in der Klasse einsammeln, wenn der Verlierer weint. Aus Disziplingr&#252;nden. </p>
<p>War es gerechtfertigt, jener Bank mit einem 30-Milliarden-Dollar-Kredit unter die Arme zu greifen, wie das die amerikanische Notenbank getan hat? Das wird eigentlich in diesem Artikel diskutiert. Die Antwort des Autors lautet: Ja, &#8220;wegen der zentralen Rolle der Investmentbank im Finanzsystem&#8221;. Andernfalls h&#228;tte die Gefahr einer globalen Wirtschaftskrise bestanden. Irgendwoher mussten also riesige Mengen Geld kommen, um eine Katastrophe zu verhindern. Keine andere M&#246;glichkeit. </p>
<p>Nat&#252;rlich ist Nikolaus Piper nicht der Meinung, dass da die Leute von Bear Stearns ethisch, verantwortlich und kompetent gearbeitet h&#228;tten. Eben genau nicht. Aber um sich &#252;berhaupt dar&#252;ber aufregen zu k&#246;nnen, muss er doch unterstellen, man habe bei Bear Stearns gewusst, dass im Falle eines Scheiterns andere daf&#252;r einspringen. Jedoch k&#228;men ja auch die Eigent&#252;mer nicht straflos davon. Ihr Verm&#246;gen sei auf einen Bruchteil geschrumpft. Das sie das gewollt haben, kann man beim besten Willen wohl nicht unterstellen Sie haben sich also schlicht und einfach verspekuliert, in dem sie den Totalverlust des Bankverm&#246;gens riskiert haben.  </p>
<p>Ich frage mich nur, wie es jemals ethisch gerechtfertigt sein k&#246;nnte, wenn so eine Bank einen totalen Niedergang riskiert, auch wenn die Gewinne noch so exorbitant sein k&#246;nnten. Ein Zusammenbruch darf im globalen Wirtschaftsgef&#252;ge ja anscheinend nicht passieren. Irgendjemand muss immer daf&#252;r zahlen, um irgendwelche Katastrophen zu verhindern. Das passiert im Normalfall im Nachhinein, wenn das Risiko zur Realit&#228;t wurde. Und trotzdem werden von den Wirtschaftsjournalisten immer wieder diese stereotypen S&#228;tze der Sorte wie &#8220;Der Markt regelt sich selbst&#8221;, &#8220;Das Scheitern geh&#246;rt zum Kapitalismus ebenso sehr wie der Erfolg&#8221;, &#8220;Exorbitante Gewinne sind gerechtfertigt, wenn der Totalverlust riskiert wird&#8221;, usw &#8230; herausgekramt, um die beweisen, wie wichtig eine besonders liberale Wirtschaftspolitik sei, obwohl man einen ganzen Artikel dar&#252;ber schreibt, was f&#252;r ein Quatsch das oft in der Realit&#228;t ist und mit jener meist gar nichts zu tun hat. Aber ich lerne ja noch. </p>
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		<title>Zerst&#246;rte Fu&#223;ball-Mythen</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 10:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Sch&#246;ne an den Wissensteilen deutscher Zeitungen ist dieses kurze Aha-Aha-Gef&#252;hl nach dem Lesen &#8211; am Fr&#252;hst&#252;ckstisch, wenn das Panorama mal wieder arg langweilig ist und man sich noch im Halbschlaf befindet. Letztes Wochenende wurden mal wieder Fu&#223;ball-Mythen zerst&#246;rt durch alle Macht der Mathematik. Zwei Wissenschaftler haben bei der Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Sch&#246;ne an den Wissensteilen deutscher Zeitungen ist dieses kurze Aha-Aha-Gef&#252;hl nach dem Lesen &#8211; am Fr&#252;hst&#252;ckstisch, wenn das Panorama mal wieder arg langweilig ist und man sich noch im Halbschlaf befindet. Letztes Wochenende wurden mal wieder Fu&#223;ball-Mythen zerst&#246;rt durch alle Macht der Mathematik. Zwei Wissenschaftler haben bei der Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ihre Untersuchungen vorgestellt und wollen Sensationelles entdeckt haben. Ob sie in ihren Studien Fu&#223;ball-Mythen tats&#228;chlich zerst&#246;rt haben, wei&#223; ich nicht. Ich kenne die Original-Studien nicht. Aber ich habe mich informiert, aus der Zeitung. Ich habe die Wissensseite der SZ gelesen.</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/122/161676/4/">„Zerst&#246;rte Bundesliga-Mythen“</a> hei&#223;t es da und ich lese: So etwas wie die viel beschworene Siegesserie einer Mannschaft gebe es gar nicht. Nach vier siegreichen Spielen sei es mitnichten wahrscheinlicher, dass eine Mannschaft auch das f&#252;nfte gewinnen w&#252;rde. Eine Mannschaft w&#252;rde nach vier siegreichen Spielen im Schnitt sogar schlechter spielen als es ihrer Leistunsgf&#228;higkeit entspreche, hei&#223;t es da. Und gleich im Anschluss: „Diese Normalform hat der Physiker als mehrj&#228;hriges Mittel &#252;ber die Platzierung am Saisonende berechnet.“ Ich habe l&#228;nger &#252;ber diesen Satz gegr&#252;belt, bis ich mir jetzt beinahe sicher bin, mit „Normalform“ ist tats&#228;chlich die Form einer Mannschaft gemeint und nicht etwa irgendeine mathematische Normalform oder die aus der Spieltheorie. Vielleicht t&#228;usche ich mich da aber auch. Egal. Mir scheinen da andere, wirklich relevante Faktoren nicht vorzukommen, etwa die &#220;berlegung: Gegen welche Mannschaften wurde denn &#252;berhaupt gewonnen, wenn eine Siegesserie von vier Spielen hingelegt wurde? Gegen Bielefeld, Duisburg, Cottbus und Hinterhugeldapfing? Falls ja, dann w&#252;rde die Wahrscheinlichkeit, mal wieder auf einen starken Gegner zu treffen, von Spiel zu Spiel gr&#246;&#223;er. Ergo: Die Wahrscheinlichkeit einer Niederlage wird auch gr&#246;&#223;er. Die Gr&#252;nde f&#252;r das Ende einer Siegesserie, die im Artikel angef&#252;hrt werden, sind dann reine Psychologie: &#220;bermut, Motivation des Gegners und solche Sachen. Es liest sich immer so toll, „mathematisch wurde bewiesen“. Mir leuchtet es zumindest nicht ein, Siegesserien zu untersuchen, ohne die Umst&#228;nde des Zustandekommens derselben zu ber&#252;cksichtigen. Ich kann da beim besten Willen keinen Erkenntnisgewinn sehen. Vielleicht haben in vielen F&#228;llen Bayern M&#252;nchen oder Werder Bremen diese Serie einfach beendet.</p>
<p>Auch folgender Punkt bleibt mir weitgehend schleierhaft: Auch der Zufall entscheide, wer auf- bzw. absteigt &#8211; so die These. Alle nicken, weil es einfach so ist. Im Fu&#223;ball spielt Gl&#252;ck keine kleine Rolle. Um das zu beweisen, spielten am Computer 18 exakt gleich starke Mannschaften eine Saison komplett durch &#8211; sogar mehrmals. Die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen oder zu verlieren, war f&#252;r jeden Mannschaft exakt gleich gro&#223;, lese ich in dem Artikel. Also 50 zu 50, wobei ich nicht entnehmen kann, wie diese Spiele durchgespielt wurden: simuliert durch zwei gleichstarke KI-Programme? Gelost? Eigentlich d&#252;rfte das ja im Endeffekt auch keine Rolle spielen: 50 zu 50.  (Unentschieden werden im Artikel nicht weiter erw&#228;hnt. Also gehe ich davon aus, dass es keine gibt.) Das Ergebnis: Jedes Mal gab es am Ende der Saison Mannschaften die etwa 65 Punkte hatten und Mannschaften, die nur 35 Punkte hatten. Also habe der Zufall seine H&#228;nde im Spiel und bestimme, wer auf- und absteigt. Und ich verstehe es wieder nicht! Selbstverst&#228;ndlich entscheidet der Zufall Spiele, wenn ich jedes Spiele zuf&#228;llig 50 zu 50 entscheide! Von entwaffnender Schlichtheit ist jener Satz: &#8220;Rein intuitiv w&#228;re bei dieser Konstellation zu erwarten, dass am Ende der Spielzeit s&#228;mtliche Mannschaften die gleiche Punktzahl haben, schlie&#223;lich sind alle gleich stark.&#8221; Nein. Wirklich nicht! Auch nicht rein intuitiv! Ich erwarte zum Beispiel auch nicht rein intuitiv, dass ich bei sechsmaligem W&#252;rfeln die Zahlen 1 bis 6 bekomme, nur weil jede Zahl mit gleicher Wahrscheinlichkeit auftreten m&#252;sste. Ist an dem Saisonbeispiel irgendetwas anders? &#220;bersehe ich da etwas? Stehe ich auf dem Schlauch? Hansbap, hilf! Aber ich denke nicht. Aus dem Artikel kann ich nichts anderes entnehmen und wundere mich, dass man so etwas erforscht und hoffe inst&#228;ndig, dass der Autor des Artikels mir vereinfachtes Zeug erz&#228;hlt.</p>
<p>Und prompt macht auch die Realit&#228;t einen Strick durch diese Rechnung: &#8220;Dass neben dem Zufall auch K&#246;nnen im Spiel ist, zeigen die Tabellen der vergangenen Jahre. In der Bundesliga hatte der Meister am Ende meist mindestens 70 Punkte; der Letzte lag unter 30. Nur so ist angesichts einer Tabellen-Lotterie zu erkl&#228;ren, dass Teams wie Bayern M&#252;nchen und Werder Bremen sich &#252;ber Jahre oder gar Jahrzehnte an der Spitze halten k&#246;nnen&#8221; Tja. es scheint doch kein Zufall zu sein, dass der FC Bayern deutscher Rekordmeister ist, w&#228;hrend der FC Holzkirchen nur in der Bezirksoberliga spielt. Manche Mannschaften w&#252;rden sich aus dem Sumpf des Zufalls immer wieder herausziehen k&#246;nnen, hei&#223;t es da. „Teams wie Bayern und Werder m&#252;ssen also &#252;ber die letzten Jahre vieles richtig gemacht haben“, wird der Wissenschaftler zitiert. </p>
<p>Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben sie ihre Spiele nicht ausgew&#252;rfelt. </p>
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		<title>Volkserziehung</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Feb 2008 11:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>karl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücherei]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Littell]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[&#220;ber Jonathan Littells Roman &#8220;Die Wohlgesinnten&#8221; wei&#223; ich beinahe alles, was man wissen muss. So wei&#223; ich, dass es ein perverses Buch ist, geschrieben von einem Idioten, der zwar recherchiert hat, aber nicht schreiben kann, der den gro&#223;en Tabubruch unternommen hat, ein Buch &#252;ber den Holocaust aus der T&#228;terperspektive zu schreiben, aber letzten Endes darin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;ber Jonathan Littells Roman &#8220;Die Wohlgesinnten&#8221; wei&#223; ich beinahe alles, was man wissen muss. So wei&#223; ich, dass es ein perverses Buch ist, geschrieben von einem Idioten, der zwar recherchiert hat, aber nicht schreiben kann, der den gro&#223;en Tabubruch unternommen hat, ein Buch &#252;ber den Holocaust aus der T&#228;terperspektive zu schreiben, aber letzten Endes darin absolut gescheitert ist. Er hat nur Pornografie zustande gebracht, wo Reflexion angebracht gewesen w&#228;re. Und &#252;berhaupt hat hat er wahrscheinlich, neben aller moralischen Verwerflichkeit, das schlechteste Buch der letzten tausend Jahre geschrieben, dieser perverse Kitschbruder, der einer noch perverseren Rassenideologie anh&#228;ngen muss. Ich wei&#223; das, weil ich bis zum Ver&#246;ffentlichungstag des Buches am vergangenen Samstag eine Menge Rezensionen gelesen oder Berichte dazu im Fernsehen gesehen habe. Das Buch selbst kenne ich nicht. Wie auch? </p>
<p>Ich wei&#223; aus diesen Rezensionen auch, dass man dieses Buch keinesfalls lesen darf. Es k&#246;nnte besch&#228;digen. Ich wei&#223; das zum Beispiel von <a href="http://www.zeit.de/2008/08/L-Littell-Radisch">Iris Radisch aus der ZEIT.</a> Auf eine Frage habe sie &#8211; &#8220;Pardon, chers amis français&#8221; &#8211; keine Antwort gefunden: &#8220;&#8221;Warum sollen wir dieses Buch eines schlecht schreibenden, von sexuellen Perversionen gebeutelten, einer elit&#228;ren Rasseideologie und einem antiken Schicksalsglauben ergebenen gebildeten Idioten um Himmels willen dennoch lesen?&#8221; In Frankreich wurde das Buch als Riesenwurf gefeiert. Weiterhin wei&#223; ich mittlerweile auch, dass man sich sch&#228;men m&#252;sste, das Buch jetzt, wo es m&#246;glich w&#228;re, zu kaufen und zu lesen. Schlie&#223;lich wird mir seit Wochen von einigen Zeitungen gleich mehrfach in jeweils seitenlangen Artikeln einhellig eingepr&#252;gelt, meine Finger von dem Buch zu lassen. Falls man dann an dem Buch bei allem &#220;berfluss auch noch irgendeinen Aspekt wirklich diskussionsw&#252;rdig f&#228;nde und wenigstens einen Hauch Restmoral im Leib h&#228;tte, dann m&#252;sste man sich vorsichtshalber einweisen lassen. Nat&#252;rlich &#252;bertreibe ich, doch wann hat man das letzte Mal eine so einhellige, mit moralischem Furor vorgetragene Abneigung gegen ein Buch mitbekommen? Was vor allem deshalb komisch ist, weil man nach dem ersten Totalverriss jeden weiteren beinahe mitsprechen konnte. Bizarr wirkt das dann in den kurzen Fernsehberichten, die in den News-Magazinen ja nicht fehlen d&#252;rfen. Nach dem Motto: neues Buch &#252;ber NS-Zeit -> von ahnungslosem Deppen Anfang 30 &#8211;> pervers, au&#223;erdem KEIN Deutscher! &#8211;> Wer das liest, ist bl&#246;d. Fertig ist die Buchbesprechung, moralisch stromlinienf&#246;rmig, mehr geht halt nicht im Fernsehen.</p>
<p>Ich will keine Lanze f&#252;r dieses Buch brechen. Keinesfalls. Ich kenne es nicht und schon die Idee dazu erscheint mir fragw&#252;rdig. Und selbstverst&#228;ndlich soll und darf jeder Kritiker seine Meinung so deutlich sagen, wie es ihm n&#246;tig erscheint. In diesem Fall finde ich es nur komisch, dass das schon Wochen vor Erscheinen des Buches angefangen hat. &#8220;Wir haben den ersten Artikel und bevor ihr den ersten habt, haben wir schon den zweiten, der das Buch noch schlimmer findet. Und zur Not machen wir auch noch einen dritten dazu und au&#223;erdem haben wir auch noch einen Romancier am Start, der das Buch auch schon kennt.&#8221; Seltsame Zweischneidigkeit: Das Buch ekelhaft sensationsheischend finden, aber dann schon Wochen vorher eine Sensation daraus machen, die Schraube weiter drehen, bis &#252;berall nur noch Gift und Galle gespuckt wird und jeder, der wollte, schon schlimmste Grausamkeiten in Zitatform als Beleg f&#252;r den Kitsch des Buches gelesen hat. Man nennt das Ganze dann wohl Debatte, die zu dem Zeitpunkt f&#252;r beendet erkl&#228;rt scheint, an dem das Buch auf dem Markt ist. </p>
<p>Einen lesenswerten Artikel zum Thema hat Klaus Theweleit unter dem Titel <a href="http://readingroom.faz.net/littell/article.php?aid=34&#038;bl=%2Flittell%2Frezensionen.php">&#8220;Die j&#252;dischen Zwillinge&#8221;</a> in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am vergangenen Sonntag geschrieben. &#220;berhaupt: Im <a href="http://readingroom.faz.net/littell/index.php">Reading Room der FAZ</a> kann man noch kr&#228;ftig &#252;ber dieses Buch diskutieren, Meinungen von wichtigen Menschen lesen und so weiter. Was wahrscheinlich daran liegt, dass die FAZ seit Anfang Februar den Roman exklusiv vorabdruckt. Daraus sollte man schon etwas machen. Und nochmals &#252;berhaupt: Bei der FAZ findet man das Buch gar nicht ganz so schlecht.  </p>
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