Erst vor kurzem bin ich auf die NoPants 2K8-Aktion vom Kollektiv Improv Everywhere gestoßen und musste schon schwer schmunzeln. In zehn Städten haben sich etwa 2000 Menschen beim U-Bahn-Fahren ihre Hosen ausgezogen und so getan, als sei das völlig normales Verhalten. Jetzt haben Improv Everywhere ein Video ins Netz gestellt, dass die Ergebnisse ihrer Aktion Frozen Grand Central zeigt. 200 Menschen frieren für fünf Minuten im Grand Central New York zeitgleich mitten in ihrer Bewegung ein. Das Ganze funktioniert verblüffend gut. “Improv Everywhere causes scenes of chaos and joy in public places” steht da als Selbstauskunft auf der Homepage und ja: tatsächlich eine Freude zuzusehen. Irgendwie hat das etwas ganz schön Zombieskes und regt sehr zu Nachahmungen an. Quatsch im geheiligten öffentlichen Raum. Herrlich!

Hier gibt es einen Mission-Report, Fotos und alles weitere dazu. Die erste Mission von ImprovEverywhere ist das nicht gerade.
Und außerdem verspreche ich hiermit, so schnell keine Videos mehr zu posten.

bishop.jpgDie Europa-Tour von Bishop Allen ist zwar schon längst vorbei, doch seit ich die New Yorker Band Mitte Dezember mit dem Thomas in der Roten Sonne in München gesehen habe, bestimmt deren Scheibe Bishop Allen & The Broken String so dermaßen eindeutig meine Heavy Rotation, dass ich mich immer mehr frage, woran das wohl liegt.

Natürlich wird meine cineatische Erinnerung gekitzelt, schließlich kenne ich Justin Rice, den Sänger der Band, in erster Linie aus Andrew Bujalskis wunderbarem Independent-Film Mutual Appreciation, in dem er die Rolle eines nach New York gezogenen Musikers spielt, der dort seine Bandprojekte auf die Beine stellen will. (Mehr Schwärmereien dazu gab es schon mal hier von mir. In Bujalskis erstem Film Funny Ha Ha, den ich leider noch nicht sehen konnte, spielt Christian Rudder, der Gitarrenmann der Band, wohl die Hauptrolle).

Daneben sind es wohl auch die wirklich nicht zu überhörenden Dylan-Anklänge, die mich nach dem ersten Hören sofort im Griff hatten. Teilweise wird da beinahe Ton um Ton zitiert, etwa von It’s All Over Now, Baby Blue, ohne dass da irgendetwas abgekupfert wirkt. Und manchmal denke ich beim Hören sogar, die eine oder andere Melodie müsse auf jeden Fall von den Flaming Lips stammen – so wunderschön, auf den Punkt vollkommen ist das. Doch da haben mir schon genug Menschen widersprochen. Allgemeingültig ist diese Erkenntnis also nicht.

Man nennt das Ganze wohl Indie-Folk-Pop, was ein Begriff ist, der mich eigentlich sofort langweilt. Dazu noch dieses liebliche Artwork! Hach, wie schön, die Blumen blühen! Das ganze Auftreten der Band, der Gesang, eigentlich alles ist so dermaßen slacker-schluffi, so dermaßen artschool-mäßig, dass ich im Normalfall gleich schreien könnte. Doch hier kann ich mich anstrengen und versuchen zu lästern, so sehr ich will. Mir gefällt hier einfach alles. Ein paar Freunde machen zusammen Musik und fangen an, ihre erste Platte Charm School in Eigenregie herauszubringen. 2006 basteln sie monatlich eine EP und vertreiben die Platten dann über ihre Homepage. Das Ganze läuft gut, man wird zum Geheimtipp und es geht dahin. The Broken String ist sozusagen das erste echte Studioalbum der Band, erschienen bei Dead Oceans, und so voller Ohrwürmer, dass ich die Lieder schon beim bloßen Schreiben darüber höre. Leg ich gleich nochmal auf, diese Scheibe.

Anhören könnte und sollte man sich ein paar Songs auf der Homepage der Band und ein paar andere auf der myspace-Seite.

Zürich - MÜNCHEN - Berlin
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