Zwar schon wieder ein alter Hut, das Video war gestern der heiße Scheiß, weil jetzt.de darüber berichtete. So ist das im Netz. Interessiert uns nicht, weil: “aktuell sind andere”.
Thema “Killerspiele”. Ich persönlich bin ja einem vernünftigen Shooter in einem Netzwerk ganz und gar nicht abgeneigt. Es ist bisher jenseits aller Moral einfach die spannendste und beste Lösung, eine größere Zahl an Spielern gemeinsam in einem Computerspiel an den virtuellen Spieletisch zu bekommen. Dazu ein Headset und schon hat man eine Mordsgaudi (“Diese Doppelbödigkeit! Dieser doppelbödige Wortwitz”)! Welches andere Genre kann man denn sonst mit, sagen wir, fünf anderen in einem Team zocken? Shooter eignen sich einfach für das Netzwerkspiel. That’s it und nicht mehr. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Es geht um “Journalismus”, diesmal der öffentlich-rechtlichen. Und genau dort wird der Journalismus oft relativ gruselig, wenn es um das Thema “Killerspiele” geht, wie das Video beweist. Er verabschiedet sich nämlich. Und da kommt dann der (von Medienschaffenden viel gescholtene) Bürger-Journalismus ins Spiel. Der 21-jährige Matthias Dittmayer hat sich einmal angeschaut, was da so erzählt wurde in Panorama, Hart aber Fair, Kontraste und Frontal 21 in letzter Zeit zum Thema “Killerspiele”. Und, naja, verständlich, dass manch einer Angst vor dem Bürger-Journalismus hat.

Viel Vergnügen!

Bin gerade über den schönen, kleinen Animationsfilm “The Big Brother State” zum leidigen Thema Überwachung gestolpert gesurft. Fabriziert hat das Ganze David Scharf, auf dessen Seite www.huesforalice.com man auch sonst noch nettes Zeug finden kann, während des Wintersemesters 2006/2007 an der FH Augsburg. Manchmal bin ich schon neidisch auf die Herren Grafik-, Medien, Was-auch-immer-Designer. Visualisierung ist schon öfter der Königsweg als ich zugeben mag als Schreiberling. Deshalb:

Entdeckt habe ich das Video hier bei information aesthetics, wo ich in letzter Zeit immer mehr entdecke. Sehr schön ist es dort.

EbbsfleetIch habe einen neuen Lieblingsverein in England. Er heißt Ebbsfleet United F.C. (Homepage, im Moment vollkommen überlastet), spielt in der fünften Liga und belegt dort derzeit Platz 10. Vor ein paar Tagen erst habe ich von dem Projekt www.myfootballclub.co.uk (Ebenfalls überlastet. Das Interesse scheint groß) gehört, gestern noch begeistert bei einem Bier davon erzählt und davon gefaselt, dass ich mich auch für 50 Euro daran beteiligen sollte. Und heute wird schon Vollzug gemeldet! (Wieder mal die Frage an mein Ministerium für Information: Warum erfahre ich von so etwas immer erst so spät?) Fußball-Fans haben Ebbsfleet United gekauft. Ich werde da mitmachen! Ich werd’s machen! Ich will auch einen Fußball-Club! Wenn ich die Bilder vom Stadion Stonebridge Road sehe, werde ich ganz kribbelig. Fast so schön wie die Alte Försterei. So ein schönes, kleines Stadion! Und ganz ohne Playmobil-, Allianz-, Daimler-, Leckmich-Zusatz! Blöd nur, dass man da nur so selten hingehen könnte. Dafür wird man wohl die Spiele von Ebbsfleet United im Internet verfolgen können.

PS: Die deutsche Version dieser Aktion klub-der-fans plätschert eher noch so dahin, habe ich das Gefühl. Bisher haben sich etwa 4000 Menschen angemeldet. Aber die Vorstellung, z.B. den maroden TSV 1860 München zu übernehmen und dann wieder ins Grünwalder umzuziehen, hätte durchaus auch etwas. Vielleicht brauche ich irgendwann noch einen zweiten Fußballclub.

PPS: Wo liegt denn jetzt dieses Ebbsfleet? Wohl irgendwo in Kent.

Ich will ja hier nicht auch noch grosse Blattkritiken beginnen, dafür lese ich zu wenige Online-Zeitungen.
Wundere mich grad nur über ein Interview, das sueddeutsche.de mit einem Journalisten des eigenen Hauses führt. Darin darf Nico Fried erzählen, wie er das Verhältnis von Merkel und Bush in Texas erlebte, wo er als Berichterstatter dabei war. Klassischerweise in einem Meinungsartikel unterzubringen, oder?
Verstehen könnte ich die Sach, wenn es um die dortige Situation für die Medien gegangen wäre. Dafür wäre der Herr Fried dann sicher der richtige Experte. Oder geht es in solchen Fällen um die Trennung der Print- und der Online-Redaktion? Ist das eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme, wenn Journalisten Journalisten interviewen, damit mehr als nur ein Artikel rauskommt? Werden hier Mehrwerte generiert? Zweitverwertungen?
Kommt demnächst neben jeden Artikel noch ein Interview mit dem Autor, werden so zukünftige Talkshow-Experten aufgebaut?

Lange schon nicht mehr wild durchs Netz gelinkt, also wird es mal wieder Zeit. Vollkommen konzeptlos gibt’s etwas zu Film, Musik und Fußball. Obwohl: Eigentlich auch schon wieder ein Konzept. Was braucht man denn mehr?

Alle Cowboys und nur ansatzweise Filminteressierten können sich ein monumentales Filmbuch aus dem Netz ziehen. Der Filmhistoriker Tag Gallagher hat sein Buch “John Ford: The Man and His Films”, das ursprünglich 1986 erschienen ist, noch einmal überarbeitet. Und: Man DARF es sich als pdf-Datei herunterladen:
http://rapidshare.com/files/61830908/ford_tag3.pdf.zip (19 MB).
Zwar sind ca. 600 Seiten am Bildschirm sicherlich ein langer, einsamer Ritt durch die Prärie, aber hey! Dann fängt man besser heute als morgen damit an. (via new filmkritik)

Das französische Blog la blogotheque könnte für mich tatsächlich mal Grund dafür sein, zwei Tage freizunehmen und Urlaub im Netz zu machen, um Musik zu hören. Dann werde ich mir alle, alle Take-Away Shows anschauen, die dort bisher veröffentlicht wurden. 69 sind es mittlerweile. Zwar kenne ich viele dieser Kapellen gar nicht, aber wenn man zum Einstieg die Filmchen von Herman Düne oder Beirut nimmt, dann is man sowieso schon angefixt. Aktuell bin ich sehr begeistert von Malajube, die ich natürlich auch nicht kannte, und ihrem Song Montreal. Das ist die neueste und 69. Take-Away Show und somit eigentlich der Grund für diesen Eintrag. Was für eine schöne Idee, Bands mit akustischen Instrumenten irgendwo in der Stadt spielen zu lassen und dabei zu filmen ohne Schnickschnack und Zeug. Und außerdem ist die Seite auch noch so schön, dass man im Dreieck springen mag.

Ok, hohe Kunst ade, aber weiter mit Musik. Bei Fritten, Fussball & Bier hat’s ein Video von singenden, argentinischen Fans, wohl von River Plate Buenos Aires. Was die da veranstalten, ist schon schwer beeindruckend, Tribalismus pur. Leider verstehe ich nicht, was die da singen. Hoffentlich nichts Schlimmes. Und wenn schon … Ich will nie wieder “Stern des Südens” hören müssen, wenn ich ins Stadion gehe. Naja, frommer Wunsch, ich weiß.

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