Das G8-Theater ist zwar mittlerweile vorbei, aber auf den allerschönsten Kommentar von allen zu diesem Thema möchte ich doch noch hinweisen, weil ich ihn gerade erst entdeckt habe.

Bietet der Sport nicht immer wieder die wunderbarsten Erklärungsmodelle für unser aller Leben, möchte ich da glatt ganz schwülstig fragen. In diesem Fall ist es der Schachsport: Matt auf G8

ja, es gibt noch eine welt jenseits des zweitens-magazins. hier ein ausschnitt davon:
norbert bolz spricht mit dem handelsblatt über web 2.0 – norbert bolz halt… keine ahnung, wie es dem immer wieder gelingt, die medien mit allerweltsweisheiten zuzupflastern – allerdings ist dieses interview absolut in ordnung. auch weil er dinge sagt wie: “Ich habe das Gefühl, der Teufel hext uns die Zeit ab.”
zeit-online über “orwell im netz”: “Mit simpler Bannerwerbung fing alles an. Mittlerweile spähen Konzerne und Marketingagenturen Internet-Surfer als potenzielle Kunden regelrecht aus – mit immer raffinierteren Methoden. Dagegen kann man sich aber schützen…”
charlotte roche und gert scobel machen zusammen eine sendung – im tv erst des nächstens am 15., online bereits am 14. um 20 uhr. thema: wie viel rausch darf sein? wohl für den einen oder anderen nicht ganz uninteressant…
thierry chervel über die klage der faz und der sz gegen den perlentaucher: “Der Ton in der Berufungsinstanz ist merklich schärfer geworden…”
sabine vogel in der berliner zeitung über die neue protestkultur: “Seifenblasen konterkarieren das staatsmännische Textgeblubber, die Ordnungsmacht steht einer Spaßguerilla gegenüber, die sich mit kreativer Ironie und demonstrativ harmlosem Dadaismus bewaffnet hat…”
das upload-magazin zieht eine erste bilanz nach ausgabe nummer eins: “Viele Links, über 350 angemeldete Leser, eine technische Panne, ein ungelöstes Rätsel und erste Ideen für die nächste Ausgabe…”

vor ein paar tagen habe ich versucht, diesen artikel zu kommentieren, nur leider ist mein kommentar bislang nicht erschienen. nun muss ich natürlich davon ausgehen, dass er dem autor des zugehörigen artikels nicht gepasst hat (ich schwöre: „langsam nervt´s“ war die einzige ausfälligkeit, ansonsten war er absolut nüchtern formuliert. doch berichtigte er eben einige der falschaussagen von f!xmbr). was mich nur erneut darin bestätigt, dass diejenigen, die am lautesten nach aufklärung schreien, weil sie hier und da und dort verschwörungen vermuten, am freimütigsten zensieren – und sich also zuallererst selbst der verschwörung schuldig machen. weiß man das, werden die kommentare wertlos – da sie auf einer auswahl beruhen, die von objektivität nichts wissen will. natürlich darf ein blogger das, nur schade ist es halt, schließlich liest man blogs gerade auch deswegen: um eine diskussion zu verfolgen, um andere meinungen als die des verfassers zu erfahren, um noch mehr informationen zu sammeln, um die eigenen ansichten gegenebenfalls zu revidieren oder zumindest zu erweitern. und um andere blogs kennenzulernen natürlich. weil das so ist, gibt es natürlich eine menge hohle kommentare, die mit dem satz „finde ich auch“ nichts weiter als werbung für den eigenen blog machen wollen. über dieses „re-stating the obvious“ hat sich sven schon vor längerem recht schön ausgelassen.
tatsächlich sind das immer einzelfall-entscheidungen. täglich löscht man ein paar spam-comments, wir hier haben bislang nur einen wohl wirklich ernst gemeinten kommentar entfernt, weil er ohne name und emailadresse hinterlassen war, und das finde ich nunmal so unhöflich wie unanständig. allerdings geht das nicht allen so: über den artikel “anonyme hetzer und spinner“ haben sich einige ziemlich aufgeregt, weil sie ihn als aufruf zur rechte-beschneidung empfanden, ich finde ihn gar nicht so falsch. obwohl er natürlich am kernproblem nichts ändert, da viele es nicht einmal für nötig befinden, ihre hetze und spinnerei zu anonymisieren.
vor allem für tageszeitungen ist das ein relatives problem, da die nicht so schnell wie blogs reagieren können – tragisch vor allem deswegen, da diese bühne ja doch eine nochmal deutlich größere ist als die der blogs. karl hat das hier ja bereits dokumentiert – in sachen faz und el masri – auch stefan niggemeier hat´s – in sachen welt – versucht und musste die kommentare aber leider bald wieder schließen, weil es zu direkten drohungen kam. bleibt einem nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass die räudigen köter nur bellen und das beißen längst verlernt haben.

nachtrag um kurz vor eins: sehe eben, dass heute auch thomas knüwer in seinem handelsblatt-blog “indiskretion ehrensache” über das kommentar-problem schreibt. er prophezeit eine ungestörte Vermehrung der Brüllaffen – schön zu lesen!

weil der harald martenstein kann, was der helmut schmidt kann (eine zigarette rauchen und während dessen ein bisschen aus dem männerkästchen plaudern – beide für zeit.de, schmidt zum beispiel hier, martenstein da), können wir nun auch was der tagesspiegel kann. mehr aber auch nicht. im gegensatz zu dort gibt´s hier kein ewiges gleich-gleich-gleich-ist-es-soweit, sondern überhaupt keinen relaunch (oder eben „relaunch ist immer“). und also auch keine vorablinks auf irgendwelche alphatiere, auf dass deren eitelkeit sogleich ergriffen wird und sie freudig darob berichten. sondern nur ein paar blicke auf das innenleben unseres blogs. weil das im grunde genauso funktioniert: jeden tag schaut man bei den eigenen statistiken vorbei, und eventuell noch bei blogscouts oder technorati (wo wir übrigens noch keinen einzigen fan haben – also bitte!).
zu berichten gibt es: am 29. mai haben wir bei blogscouts auf einmal einen großen, wunderlichen sprung gemacht von 1207 auf 521, unseren listenplatz also mehr als halbiert, dann stiegen wir (beinahe) kontinuierlich, gerade halten wir den 179. platz. unsere unmittelbaren nachbarn drunter und drüber sind mir allerdings immer noch kein begriff. viel interessanter ist ohnehin der blick in unsere hetzner-statistiken, etwa auf die suchanfragen, mittels derer die menschen mithilfe von google auf unserem blog landen. in jüngster zeit konnten wir da etwa mit „jürgen perthold“ ordentlich punkte machen, was ich nie gedacht hätte (das war der mit der katze und der kamera). andere wiederum fragen ganz konkret „in welchem jahr wurde die schreibmaschine erfunden“ oder „wie kann ich kontakt mit keira knightley aufnehmen“. ja, und die landen dann bei uns beziehungsweise bei diesem oder diesem schönen eintrag. und gehen vermutlich bald wieder, weil sie offensichtlich anderes als uns im sinn haben (den klick aber, den haben wir zu dem zeitpunkt schon längst verbucht!). mit denjenigen, die „keira knightley nackt“ oder „bekannt nackt schauspilerin“ suchen, verhält es sich hoffentlich wohl ähnlich.
da zu diesem zeitpunkt der findige leser natürlich längst gecheckt hat, dass dieser eintrag keinen weiteren sinn hat, als auch in zukunft leser mit solch seltsamen und ähnlichen anliegen auf unsere seite zu locken, soll damit jetzt auch schon wieder schluss sein. zumindest fast, denn verzeiht: wir wollen nur endlich mal ein paar bekannte unter unseren blogscout-nachbarn haben… in dem sinne bleibt nur noch eines zu sagen: „jugend ohne gott“. so nämlich heißt die pole-position der suchwort-liste, die auf unsere seite führt. und jetzt fragt bitte keiner, was das zu bedeuten hat – sonst hört es sich mit dieser ekligen selbstreflexivität ja nie auf.

soeren onez´ blogkarneval ist eröffnet und das neue mindestens haltbar über “meer und mehr” ist da. und erst watch berlin: nachdem bereits harald martenstein dort mit einer zigarette in der hand sicher eingetroffen ist, kündigt nun auch felix schwenzel-wirres an, sich in diese richtung aufzumachen. wird ja immer besser!

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