vor ein paar tagen habe ich versucht, diesen artikel zu kommentieren, nur leider ist mein kommentar bislang nicht erschienen. nun muss ich natürlich davon ausgehen, dass er dem autor des zugehörigen artikels nicht gepasst hat (ich schwöre: „langsam nervt´s“ war die einzige ausfälligkeit, ansonsten war er absolut nüchtern formuliert. doch berichtigte er eben einige der falschaussagen von f!xmbr). was mich nur erneut darin bestätigt, dass diejenigen, die am lautesten nach aufklärung schreien, weil sie hier und da und dort verschwörungen vermuten, am freimütigsten zensieren – und sich also zuallererst selbst der verschwörung schuldig machen. weiß man das, werden die kommentare wertlos – da sie auf einer auswahl beruhen, die von objektivität nichts wissen will. natürlich darf ein blogger das, nur schade ist es halt, schließlich liest man blogs gerade auch deswegen: um eine diskussion zu verfolgen, um andere meinungen als die des verfassers zu erfahren, um noch mehr informationen zu sammeln, um die eigenen ansichten gegenebenfalls zu revidieren oder zumindest zu erweitern. und um andere blogs kennenzulernen natürlich. weil das so ist, gibt es natürlich eine menge hohle kommentare, die mit dem satz „finde ich auch“ nichts weiter als werbung für den eigenen blog machen wollen. über dieses „re-stating the obvious“ hat sich sven schon vor längerem recht schön ausgelassen.
tatsächlich sind das immer einzelfall-entscheidungen. täglich löscht man ein paar spam-comments, wir hier haben bislang nur einen wohl wirklich ernst gemeinten kommentar entfernt, weil er ohne name und emailadresse hinterlassen war, und das finde ich nunmal so unhöflich wie unanständig. allerdings geht das nicht allen so: über den artikel “anonyme hetzer und spinner“ haben sich einige ziemlich aufgeregt, weil sie ihn als aufruf zur rechte-beschneidung empfanden, ich finde ihn gar nicht so falsch. obwohl er natürlich am kernproblem nichts ändert, da viele es nicht einmal für nötig befinden, ihre hetze und spinnerei zu anonymisieren.
vor allem für tageszeitungen ist das ein relatives problem, da die nicht so schnell wie blogs reagieren können – tragisch vor allem deswegen, da diese bühne ja doch eine nochmal deutlich größere ist als die der blogs. karl hat das hier ja bereits dokumentiert – in sachen faz und el masri – auch stefan niggemeier hat´s – in sachen welt – versucht und musste die kommentare aber leider bald wieder schließen, weil es zu direkten drohungen kam. bleibt einem nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass die räudigen köter nur bellen und das beißen längst verlernt haben.
nachtrag um kurz vor eins: sehe eben, dass heute auch thomas knüwer in seinem handelsblatt-blog “indiskretion ehrensache” über das kommentar-problem schreibt. er prophezeit eine ungestörte Vermehrung der Brüllaffen – schön zu lesen!