Dann mal schnell los und Telefon kaufen! Ist eilig! Und so billig und in zwei Stunden sicher teurer!

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Quelle: spiegel.de, um 13.17 Uhr

Kein weiterer Kommentar.
Doch! Einer noch: Diese wichtigtuerische Auszeichung solcher Meldungen mit “eilig” empfinde ich beinahe als zynisch! Aber bei Spiegel Online ist eben alles die gleiche Suppe. Kein Unterschied, ob Wälder brennen, ob eine Chemiefabrik in die Luft fliegt, ein Attentäter in eine Menschenmenge läuft oder ein Telefon jetzt ohne Vertrag verkauft wird. Alles eilig, schnell, schnell!

Nachtrag (15.30 Uhr): Weil es einfach gerade so schön dazu passt, gibt es keinen neuen Blogeintrag, sondern eine Erweiterung zur Spiegel-Eilmeldung:

Falling Times ist eine sich ständig verändernde Echtzeit-Nachrichten-Übersetzungs-Maschine. Sie repräsentiert das permanente Auftauchen und Verschwinden von Informationen in unserer Zeit. Gleichzeitig weist sie auf den Fall unserer westlichen, dekadenten Zivilisation hin.

Falling Times thematisiert die Info-Umweltverschmutzung, der wir heute ausgesetzt sind. Die Informationsgeselschaft hat einen neuen Typus von Konsumenten kreiert – den Info-Konsumenten (…)

fallingtimes.info ist ein Projekt, dass live Nachrichten reduziert auf die häufigsten Schlagzeilen und -wörter, die durch das Internet geistern. Visualisiert wird das Ganze in Form von Piktogrammen, die über den Bildschirm regnen. Und wer mag, kann mittun und helfen, die Piktogramme zu taggen.

Es gibt eine Seite mit deutschen Schlagzeilen und eine mit englischen Headlines. Könnte man eine Ewigkeit zuschauen.

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Aber weiter im Text!

Informationen haben aufgehört, Bedeutung zu vermitteln. Sie erzeugen eher ein Muster, das unser tägliches Dasein dekoriert und uns das Gefühl vermittelt, dass wir an das reale Geschehen um uns herum angeschlossen sind.

Stoppt die InfoVerschmutzung!

Wie wahr! Wie wahr!

(via information aesthetics)

Ich will ja hier nicht auch noch grosse Blattkritiken beginnen, dafür lese ich zu wenige Online-Zeitungen.
Wundere mich grad nur über ein Interview, das sueddeutsche.de mit einem Journalisten des eigenen Hauses führt. Darin darf Nico Fried erzählen, wie er das Verhältnis von Merkel und Bush in Texas erlebte, wo er als Berichterstatter dabei war. Klassischerweise in einem Meinungsartikel unterzubringen, oder?
Verstehen könnte ich die Sach, wenn es um die dortige Situation für die Medien gegangen wäre. Dafür wäre der Herr Fried dann sicher der richtige Experte. Oder geht es in solchen Fällen um die Trennung der Print- und der Online-Redaktion? Ist das eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme, wenn Journalisten Journalisten interviewen, damit mehr als nur ein Artikel rauskommt? Werden hier Mehrwerte generiert? Zweitverwertungen?
Kommt demnächst neben jeden Artikel noch ein Interview mit dem Autor, werden so zukünftige Talkshow-Experten aufgebaut?

Ein vernünftiger Tag fängt mit einer Tageszeitung an. Immer noch trotz Internet. Dafür stehe ich mindestens eine Stunde vor dem Verlassen des Hauses auf. Natürlich lese ich als erstes den Sportteil, eigentlich alles über Fußball, das meiste auch über die anderen Sportarten, wobei es manchmal durchaus vorkommen kann, dass ich Berichte über diese Schneller-Höher-Weiter-Wettkämpfe nur überfliege. Danach kommen dann Politik oder Feuilleton, je nach Lust und Laune. Den besten Sportteil aller deutschen Zeitungen hat auf jeden Fall und mit Abstand die Süddeutsche Zeitung. Das ist der Grund, warum ich immer (auch) die SZ lese und mich seltsam uninformiert fühle, wenn ich an einem Montag beispielsweise mit der Rundschau vorlieb nehmen muss. Deren Sportteil ist zweite Liga. Maximal.

In letzter Zeit überlege ich mir aber immer häufiger, ob ich nach dem Aufstehen nicht besser sofort meinen Computer anschmeißen und mir diese Einsachtzig schenken sollte. Den wichtigsten Sport-Artikel der morgendlichen Printausgabe kenne ich nämlich meist schon. Er steht neuerdings bereits am Vortag, etwa gegen 17 Uhr, im Netz. Heute gibt es beispielsweise ein schönes Interview mit Joachim Löw, in dem er tatsächlich viel über seine Arbeit erzählt. Nur: Es war nicht mehr neu. Es war von gestern, aus dem Netz. Und, Bonmot, nichts ist so alt wie eine Zeitung von gestern. Genau dieses Gefühl überkommt mich da beim Frühstücken. Von eineinhalb Seiten Fußball kenne ich bereits das Sahnestück, das etwa die Hälfte ausmacht. Gut. Es gibt auch noch Mannschaftsaufstellungen (wie überall im Netz auch), ein paar taktische Einschätzungen für das Spiel gegen Tschechien, aber mal ganz bescheiden: Das traue ich mir bis zu einem gewissen Grad auch selbst zu.

Der Online-Auftritt der SZ bekommt seit einiger Zeit genug Schelte für miese Artikel und lästige Bildergallerien. Schon klar. Also versucht man halt, die ganze Sache auf ein höheres Niveau zu heben, indem man, quasi als Schmankerl, gute Artikel ins Netz stellt. Natürlich ist schon ein wenig gemein, da zu mäkeln. Nur: Die eigentlich Zeitung zu lesen, macht dann halt einfach keinen wirklichen Spaß mehr. Mir ist nicht ganz klar, warum z.B. dieses Interview an Wert verlieren sollte, wenn man es erst heute früh online freischalten würde. Das ist doch keine EILMELDUNG, das bleibt doch sowieso exklusiv, da muss doch kein Mensch schneller sein als Spiegel Online. So ein Interview würde ich gerne zum Frühstück lesen. Es scheint aber bei vielen Tageszeitungen noch nicht angekommen zu sein, dass es Menschen wie mich gibt, die den ganzen Tag im Internet unterwegs sind und trotzdem noch eine Zeitung haben. Ich lese Zeitung, weil es mir manchmal gehörig auf die Nerven geht, dass es sogar bei solchen Geschichten wie einem Exklusiv-Interview darauf anzukommen scheint, was der Zeitstempel im Netz sagt. Ich hätte ohne diese Infos aus dem Gespräch auch ganz gut bis heute früh leben können. Heute hätte ich mich darüber gefreut und es gemütlich gelesen. Gestern habe ich es nur überflogen, wie ich es immer öfter mache mit diesen Schneller-Höher-Weiter-Sachen des Netzes.

Nur damit ihr es wisst, ihr %sh!t§F8uck!n#’ bl%dy !d!°$s! Verdammich’! Zefix und zugenäht!


Quelle: taz.de

Den Anlass für diese heutige “Entscheidung des Tages” bei der taz kann man hier nachlesen. Jetzt weiß ich halt nicht, wie dieses Blog war, ich kann ja kein Schwedisch, aber mal so generell, zefix, ich kotze ab, wenn ich dauernd diesen beschissenen, rauen Umgangston lesen muss, ihr “”§h!tfu)&i^ grmpll! Mir reicht’s! Mittelfinger! Zefix!

Und zwar dafür, dass Du bezahlte Inhalte so hübsch und unauffällig unterbringst:

tagesspiegel2.JPG

Wo es doch sonst eigentlich nur der Bild-Zeitung gelingt, die einen von den anderen Inhalten optisch gar nicht mehr zu unterscheiden (von inhaltlichen Differenzen ganz zu schweigen). Natürlich, Du hast ja Recht: Es ist finanziell wahrlich nicht leicht, den User von heute bei der Content-Stange zu halten. Aber glaubst Du nicht auch, dass das dem ein oder anderen sauer aufstoßen könnte? Nur so ein bisschen? Nein? Wieso nennst Du Dich dann eigentlich Zeitung?

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