Vorgestern im Tages-Anzeiger war es halt so eine ärgerliche Lokalzeitungs-Begeisterung, dass das Nazithema aus Deutschland nun auch in Zürich Schlagzeilen machen darf. Die Substanz unter der Überschrift “Zürcher Rabbi von deutschen Neonazis ermordet?” blieb Spekulation. Schön gibt es Fragezeichen.

Ermittler prüfen gemäss TA-Recherchen, ob der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auch hinter dem Zürcher Judenmord stecken könnte. […] Der Sprecher der Zürcher Kantonspolizei, Werner Benz, wollte gestern nicht explizit bestätigen, dass der Fall Grünbaum neu aufgerollt wird. Er sagte aber: «Immer wenn sich ähnliche Straftaten ereignen, prüfen wir natürlich, ob es Verbindungen zu ungeklärten Tötungsdelikten bei uns geben könnte.» Eine solche Prüfung findet gemäss TA-Informationen nun statt.

Eine Routine-Prüfung also, ob man den Fall “neu aufrollen” werde.

Und jetzt freut sich auch sueddeutsche.de, dass es was zu erzählen gibt, mit Verweis auf und dem meisten Text vom Tages-Anzeiger:


Spuren des Neonazi-Trios führen nach Zürich


[…] Die Züricher Polizei konnte den Mordfall aus dem Jahr 2001 nie aufklären – nun gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Morden des Zwickauer Neonazi-Trios.

Immer diese Missverständnisse…

Ein 61-jähriger giesst in einer Kirche Benzin aus, zündet es an und erklärt seine Tat vor Gericht als Kunst. Der Tagi-Artikel mit dem schönen Titel “Dürfen Künstler wirklich alles?” findet sich hier und vergleicht Äpfel mit Birnen, Texte mit Taten.

Der Tagesanzeiger blickt zurück auf die positiven Seiten, in einem wenig ironischen Artikel.
news of the world

Quentin Tarantino zeigt sich auch in der Gestaltung seines Selbstmord seiner Filme würdig:

Nach einer «langatmigen Diskussion über Filme», habe Tarantino vorgeschlagen, aufs Bett zu dislozieren. Dann bat er sie, an ihren Zehen saugen zu dürfen, während er Hand an sich legte.

So erzählt es uns zumindest Michèle Binswanger heute auf Tages-Anzeiger online (ganzer Artikel). Um dann aufzulösen, was sie eigentlich meint:

«So begannen die verrücktesten zehn Minuten meines Lebens», schreibt Shah, «die Füsse im Mund eines Oscargewinners, während er sich selber befriedigt.»

Beim Besuch der Tagi-Seite: Aufmacher, grosse Überschrift, über einem Foto von Bundesrätin Calmy-Rey: «Sie kann einfach nie zugeben, wenn sie Fehler macht»


Die kompetente Beurteilung direkt unter dem Tages-Anzeiger-Signet ist ein Zitat aus den User-Kommentaren zu einem Interview mit der umstrittene Bundesrätin Micheline Calmy-Rey in der vergangenen Woche. Der folgende Artikel ist dann einzig eine Zusammenfassung dessen, was die Leser so schreiben.
Online-Journalismus: sonst war an Weihnachten wohl nichts los.

 1 2 älter
Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

    • Behnam: Nach einem super Alleingang fcber den ganzen Platz von F.Adam kann...
    • Steve: Hey ich habe mir fcberllegt mal anzfangen zu taeznn da ich schon...
    • Tom Gerlach: Ein kleiner Update zu neuen Arbeiten von Rp Kahl: Die...
    • Max: huuuh, zum Glück nur beim FC Augsburg! War schon erschrocken…
    • karl: Mir macht das Buch bisher auch ziemlich Spaß. Das Lustige an dieser...
    • Max: Yep, hat mich auch mächtig geärgert, dieses ganze Feuilleton-Gerausche...
    • Mein Lieblingswitz! (2) -- zweitens-magazin.de: Dichter, wissen’S....
    • Max: kimmi grad zruck
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany.