Heute: Die perfekte Überschrift.
In diesem Fall vermittelt sie bereits die ganze Geschichte, die Lektüre des platzraubenden Artikels im heutigen Tagesanzeiger wird überflüssig. Nur eins bleibt anzumerken: weder war noch ist der Ehemann mit dem Stadtpolizisten verheiratet.
Tagesanzeiger Zürich, Lokalteil
PS: Der aufmerksame Leser erkennt sofort, dass online- und Print-Version unterschiedliche Fotos verwenden. Erstere praktischerweise von Google Streetview. Und dass die online-Bildunterschrift natürlich dem letzten Satz des Artikels widerspricht.

Der Tagesanzeiger mausert sich langsam aber sicher zum Revolverblatt für Leute mit mehr als zwanzig Minuten Zeit.
tagi_relativ
Gelassen setzt er auf der gestrigen Titelseite Kreuzlingen, Amstetten, Guantanamo und Abu Ghraib in eins und obige Bildkomposition.
Soll einen zum Lesen eines Essays über “Orgien der Gewalt und Grausamkeit” animieren.

Das will ich schon seit vergangenem Donnerstag posten:
Natürlich die alte Leier der gegenseitigen deutsch-schweizerischen Verständnislosigkeit, viel mehr aber die wie immer unseriöse Tagi-Arbeit.
Das bittere Resumee des scheidenden Schauspielhaus-Intendanten war offenbar nicht dramatisch genug.

Hartmann: Da wird dann die schweizerische Gesprächskultur problematisch: Ich weiss nicht mehr, wo sie Raum für andere Meinungen gibt und wo sie Heuchelei ist.
Tagi: Abgesehen vom Schauspielhaus wird in Zürich also viel gelogen.
Hartmann: Wahnsinnig viel.



Was dann direkt zur Überschrift in Anführungsstrichen führt:
“In Zürich wird wahnsinnig viel gelogen”
Man kann ja gern zusammenfassen, aber hier riechts schlecht…

Auch, weil der Interviewer die gleiche Dünnhäutigkeit an den Tag legt:

Tagin: Da müssen Sie sich sehr fremd vorgekommen sein in diesen vier Zürcher Jahren.
Hartmann: Ich habe hier auch sehr viele gute Freunde gewonnen.
Tagi: Schweizer?
Hartmann: Ja
Tagin: Dabei haben die Schweizer doch immer das Bedürfnis, sich zu definieren und abzugrenzen?
Hartmann: Journalisten haben dieses Bedürfnis am stärksten.
Tagi: Einmal mehr sind die Medien schuld.


Ach ja, schon vor einem Jahr hatte Hartmann sich unbeliebt gemacht mit einem Beitrag in der NZZ, der viel entspannter und nachvollziehbarer das Gleiche beklagte (bei allen Artikeln lohnt sich ein Blick in die Kommentare).

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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

    • karl: Mir macht das Buch bisher auch ziemlich Spaß. Das Lustige an dieser...
    • Max: Yep, hat mich auch mächtig geärgert, dieses ganze Feuilleton-Gerausche...
    • Mein Lieblingswitz! (2) -- zweitens-magazin.de: Dichter, wissen’S....
    • Max: kimmi grad zruck
    • hansn: Gfoit ma
    • hansn: In welcher Gruppe sind die eigentlich bei der EM?
    • Max: …nicht zu verwechseln mit der Schweizer Nati, gell8
    • hansn: korrigiere: “gibts”
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