Bereits heute Morgen bin ich über den Artikel “Müsli macht Männer” in der Süddeutschen Zeitung gestolpert. Nicht wegen der multiplen Alliteration, die eh längst verboten gehört, sondern wegen dessen Titelunterzeile. Denn da steht tatsächlich (im Gegensatz zur Online-Version):

Ernährung in der frühen Schwangerschaft beeinflusst das Geschlecht des Kindes

Ich hielt das zunächst für einen Verleser wegen mangelnden Kaffeekonsums meinerseits. Dann für einen Redigierfehler – hatte ich Depp doch in der Schule noch gelernt, dass das Geschlecht des Kindes bei der Befruchtung entstünde, dann nämlich, wenn die halbe Eizelle und das halbe Sperma sich zu einem Ganzen namens Embryo verbinden. Ist aber anscheinend wirklich ein alter Hut – hab ich da irgendwas verpasst? – denn auch die taz berichtet:

Werdende Mütter, die sich kalorien- und nährstoffreich ernähren, bringen häufiger Jungen zur Welt als jene, die energiearm essen, so eine Studie.

Die BBC, auf deren Homepage die taz verweist, rückt mein Bioweltbild zum Glück wieder halbwegs gerade. Denn da steht:

A woman’s diet around the time of conception may influence the gender of her baby, research suggests.

Ich werde die Mainstreammedien also in Zukunft nicht mehr verteidigen, wenn ein paar Blogger auf ihnen herumhacken. Sondern nur verschämt schweigen. Und immer brav die SZ-Wissen-Seite lesen, damit ich auch in Zukunft stets gut informiert bin darüber, wie das so funktioniert mit den Bienen und den Blümchen. Denn da erwarte ich mir durchaus noch die eine oder andere brisante Aufklärung.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.

  1. karl
    24 Apr 08
    15:01

    Und ich dachte schon, ich wüsste jetzt, wie man Mittelstürmer für die WM 2026 fabriziert.

    Fällt mir dir Geschichte mit dem angeblichen EU-Verbot von Synchronisationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein.

  2. Fanta
    24 Apr 08
    23:12

    Das nächste beim Schweinebraten Essen im Humbolds muss dann die Holde dabei sein, sonst gibts keine Hoferben!

  • Musste auch gesagt werden

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