Klingelt doch eben das Telefon, ein Mann der Konzert-Agentur Argo ist dran, sagt, er hätte meine Nummer von einem meiner Auftraggeber, und fragt, ob ich für die „Leipziger Volkszeitung“ einen Münchner Termin mit Patricia Kaas wahrnehmen könnte. Man wollte erst einen Redakteur der „Leipziger Volkszeitung“ einladen, das hätte nun leider nicht geklappt; wenn ein freier Journalist die Sache vor Ort übernehmen könne, würde die „Leipziger Volkszeitung“ aber gerne einen Text nehmen.
Da mir die Angelegenheit etwas komisch vorkam (wieso ruft die „Leipziger Volkszeitung“ nicht selbst bei mir an?), habe ich nachgefragt. Und tatsächlich: Der Text wird also von Argo bezahlt und die „Leipziger Volkszeitung“ bekommt ihn gratis – das sei schließlich die Bedingung dafür, dass dem Thema in der „Leipziger Volkszeitung“ überhaupt Platz eingeräumt würde, erklärte mir der Mann freimütig am Telefon.
Als ich erklärte, derartige PR-Aufträge widersprächen meiner Berufsauffassung (auch journalistisches Ethos genannt), war er nicht mehr ganz so nett wie zuvor und sagte: „Da sind Sie aber die Erste, die damit ein Problem hat.“
Und was das Schlimmste daran ist: Das glaube ich ihm aufs Wort.

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